Bottwartalbahn Bottwartalbahn

 

Frühere Veranstaltungen und Aktivitäten

Seit Oktober 2018: Neue Zutat am Wanderweg im Schozachtal
Bahnbrücken sehen wieder "amtlich" aus
Bürgeraktion hat historische Beschilderung angebracht


Amtliche Nummer für das Brückle über den Abstetter Bach: Horst Meyer vom Heimatverein Ilsfeld, Hans-Joachim Knupfer und Oliver Kämpf von der Bürgeraktion Bottwartalbahn präsentieren die „neuen alten“ Brückenschilder. Foto: Friedrich Kämpf

Ein halbes Dutzend ehemaliger Eisenbahnbrücken findet noch heute zwischen Beilstein und Sontheim, wer den Fuß- und Radweg auf der Trasse der Bottwartalbahn benutzt. Jetzt tragen diese Bauwerke wieder ihre angestammte historische Beschilderung auf soliden Blechtafeln. Die Freiwilligen der Bürgeraktion Bottwartalbahn haben dafür gesorgt.

Einst gab es an der Bahnstrecke bis Marbach zwei Dutzend Brückenbauwerke mit Stützweiten zwischen 80 Zentimeter und 37 Metern. Fünf der sieben noch existierenden Bahnbrücken zwischen Sontheim und Beilstein haben die Aktiven nun mit den Brückennummernschildern ausgestattet, wie sie die Bundesbahn einst angebracht hatte: "Ein Beitrag zur Heimatkunde und für den Tourismus“, wie Oliver Kämpf aus Beilstein betont, einer der Mitstreiter. Ausgewählt wurden von den Bahnfreunden dafür die Bauten, die noch das originale Tragwerk haben und öffentlich begehbar sind. Auch die Kilometerangabe und die korrekte interne Registernummer der Bottwartalbahn, wie einst von der Stuttgarter Bahndirektion verwendet, steht auf den Schildern - keine Aluminiumtäfelchen aus dem Drucker, sondern drei Millimeter massives Stahlblech nach der alten Musterzeichnung. Auch die Beschriftung ist mit Schablone auflackiert – „keine Klebeziffern aus Plastik, wir machen das richtig nach alter Art“, schmunzelt Hans-Joachim Knupfer aus Leonberg, der die Täfelchen in Handarbeit angefertgit hat. In einem Fall war sogar noch die alte Tafel da, eine andere wurde bei einer anderen stillgelegten Strecke aufgetrieben und umlackiert.

Nicht alle Brücken haben eine fortlaufende Nummer, wie Wolfram Berner aus Marbach herausgefunden hat, der Archivar der Bahnfreunde: So folgten die Stahlbrücken einer anderen Systematik als die aus Beton. Berner nennt die kleine, im Jahr 1900 erbaute Gewölbebrücke am Mühlkanal unterhalb des Bahnhofs Schozach: „Ein erstaunliches Beispiel für eine sehr frühe Anwendung des dynamisch belasteten Eisenbetons im Eisenbahnbau“. Die Brücken zwischen Sontheim und Talheim trugen wieder andere Nummern, weil dort unabhängig von der Schmalspurbahn auch vollspuriger Zugverkehr zwischen Heilbronn und Talheim herrschte. Die Nummern und Kilometerangaben zu den Brücken herauszufieseln war, wie Berner und Knupfer erläutern, mühsame Recherche aus alten Akten, die sie im Staatsarchiv Ludwigsburg, im Haupstaatsarchiv Stuttgart und im Kreisarchiv Ludwigsburg fanden. Auch private Sammler steuerten Informationen bei. Für die Markung Ilsfeld war es der Heimatverein Ilsfeld, der die amtlichen Bauwerksbücher hervorzaubern konnte. Horst Meyer vom Heimatverein freut  sich sehr über das Engagement zu den Bahn-Kleindenkmalen: „Das ist eine feine Sache mit den Schildern, denn die Brücken vom Zügle sind uns wichtig.“

Von den Bahnbrücken im einstigen Südast des Bottwartal-Bahnnetzes ist nur noch die Bottwarbrücke in Großbottwar begehbar. Bis auf die große, aber abgesperrte Murrbrücke bei Murr gibt es dort sonst praktisch keine alten Brücken der Bahn mehr, denn soweit sie noch für den Fuß- und Radweg genutzt werden, haben die ehemaligen Querungsbauwerke längst neue Überbauten oder gar neue Widerlager bekommen. Sollte die Großbottwarer Brücke saniert werden, was noch nicht klar ist, so würde auch sie ihre alte Nummer "spendiert" bekommen. Auch der in der Nähe stehende Hektometerstein würde aufgefrischt. Für die Brücken im Schozachtal ist zu hoffen, dass auch sie nach und nach saniert werden, bevor die Substanzverluste zu groß werden.


Sonntag, 23. September 2018 | 10 Uhr | Ab Bahnhof Steinheim
Information und Exkursion Bottwartalbahn
Wie könnte die Stadtbahn im unteren Bottwartal trassiert werden?
Veranstaltung von BUND und Bürgeraktion Bottwartalbahn.
Kurzexkursion per Pkw (Fahrgemeinschaft) zu drei wichtigen Örtlichkeiten (Bahnhof Steinheim, Kleinbottwar, Kelter Großbottwar).
Anfragen nach Mitfahrgelegenheit bei Joachim Lösing, Telefon 0 71 44 / 66 16
Dauer ca. 1,5 Stunden. Beginn am Bahnhöfle Steinheim.
Gelegenheit zum Kauf der Broschüre 'TramTrain Bottwartal'


 

Seit Juli 2018: Stadtbahn wird untersucht
Studie zur Bottwartalbahn vergeben
Der Kreistag Ludwigsburg hat im Sommer 2019 die Voruntersuchung zur Ermittlung von Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer Stadtbahnverbindung Heilbronn - Beilstein - Marbach an ein Ingenieurbüro vergeben. Davon erhoffen sich die Kommunen einen oder eher sogar den entscheidenden Schritt, um dem Projekt der modernen Bahn näherzukommen. Mit ersten Vorergebnissen wird im Frühjahr 2019 gerechnet.


Montag, 25. Juni 2018 | Turnerheim Marbach
Vorstellung Konzept TramTrain Bottwartal
CDU-Stadtverband Marbach | Gäste willkommen
Vortrag: W. Berner, H.-J. Knupfer


Mai 2018 | Ein besonderes Gastfahrzeug bei den Modelldampfbahnern in Plochingen
Lok mit Klose-Triebwerk: Eine Legende lebt (im Prinzip)
Tss 3: Die ursprüngliche Zabergäulokomotive im Modell - fast wie im Bottwartal

Fast ein Stück Bottwartal: Die Zabergäu-Lok unter Dampf, hier bei der Gartenbahn in Plochingen

Sozusagen ein lebendes Fossil: Es gibt (wieder) eine Dampflokomotive mit dem ideal bogenläufigen Fahrwerk des Ingenieurs Adoph Klose, wie sie im Bottwartal fuhr. Allerdings handelt es sich um eine Nachbildung im Maßstab 1:6. Aber dafür ist das Modell voll betriebsfähig - und wird natürlich wie sein großes Vorbild mit Dampf betrieben. Ein (echter) Lokführer aus Singen am Hohentwiel schuf das hochwertige Modell der württembergischen Schmalspur-Type Tss 3, das gut einen Meter lang ist und etwa 60 Kilogramm wiegt, schon um die Jahrtausendwende - im Jahr 2002 war es fertig. Das war fast genau 100 Jahre nach dem Bau der vier leichten dreiachsigen Vorbildmaschinen dazu (die kleine Klose Tss 3), die anno 1896 an die Zabergäubahn und die Buchauer Bahn gingen. Nur zwei Jahre zuvor hatte die Maschinenfabrik Esslingen für die Bottwarbahn drei äußerst ähnliche, aber schwerere, vierachsige Maschinen des Klose-Typs erbaut (die große Klose Tss 4). Namensgebend dafür war der damalige - so titulierte - Maschinenmeister der königlichen Staatsbahn in Württemberg, de facto der Chef für das gesamte Maschinenwesen, also alle Eisenbahnfahrzeuge (und staatlichen Bodenseeschiffe) im Königreich Württemberg.

Dieser Adoph Klose, ein gebürtiger Sachse, hatte schon für die schweren Kohlezüge über das Erzgebirge Anfang der 1880er Jahre eine patentierte Konstruktion für ein Fahrwerk mit Lenkachsen ersonnen, die untereinander durch ein Hebelwerk verbunden sind. Dadurch wird eine ideale, weil radiale Anlenkung der Wagenachsen im Gleisbogen erreicht. Solch ein Fahrzeug läuft enorm leicht durch die Kurven, mit minimaler Abnutzung bei Gleis und Radprofil. Bei der Appenzeller Straßenbahn - den heutigen Appenzeller Bahnen - wandte Klose dieses Prinzip ab 1885 erstmals auch bei Lokomotiven an. Österreich übernahm die Bauart für die Bahnen in Bosnien, wo sich Klose-Loks und -wagen ebenfalls bestens bewährten. Es war logisch, dass Klose, nachdem er nach Württemberg kam, damit auch dort in der Lage war, erstmals ein Konzept für lokale Bahnlinien vorzulegen - dank der neuen, leistungsfähigen Typen, wie wir sie hier auf den Bildern sehen. 


Nicht einfach: Das Klose-Triebwerk mit seinen Umlenkungen und Exzenterscheiben

Bei den Dampfloks ist das Klose-Triebwerk deshalb von so besonderem Interesse, weil das Antriebsgestänge einer Dampflok eigentlich eine Einheit mit unveränderlicher Länge bildet und bilden muss. Sollen sich die Antriebsachsen radial einstellen, verändert sich aber der Abstand der Achsen. Das Gestänge muss sich dann in der Länge verändern und dennoch die hohen Treibkräfte stabil übertragen. Was sich technisch eigentlich ausschließt, verwirklichte der Feuerkopf Klose doch: Die Treibstange wird gewissermaßen zweigeteilt, in Form eines Parallelogrammes, das in Maßen beweglich ist. Fahrwerk und Triebwerk der Klose-Loks sind denn auch recht verwinkelte und verstrickte, vielteilige Objekte, gegenüber denen eine "normale" Dampflok schlicht erscheint. Doch der Unterhalt einiger sich abnutzender Bolzen an Lok oder Wagen ist preisgünstiger als die vorzeitige Sanierung von Radsätzen und dem Gleis draußen an der Strecke - so die damalige Rechnung. Später fand man Fahrwerksbauarten für Dampflokomotiven, die auch ausreichend bogenläufig waren, wenn auch physikalisch weitaus weniger befriedigend - aber technisch viel einfacher.
   
Die "kleine Klose" zieht lustig ihre Runden - natürlich mit echter Kohle beheizt und mit Röh- renkessel versehen, der das Wasser zu Dampf erhitzt. Stolz trägt das Modell das Mini-Fabrikschild 'Emil Kessler, Esslingen' am Dampfdom wie die Loks im Bottwartal und Zabergäu.

Erhalten geblieben ist von den insgesamt um die hundert Stück erbauten Loks mit Klosefahrwerk keine einzige. Die entsprechenden Maschinen in Württemberg - von der Bottwar- und der Zabergäubahn - gingen Mitte der 1920er Jahre in den Schrott. Um so erfreulicher ist es, dass mit dem Echtdampfmodell der Tss 3 schon vor gut 15 Jahren ein einzigartiges feinwerktechnisches Schaustück geschaffen wurde, das genauso funktioniert wie sein einstiges großes Vorbild. Der Erbauer gastiert mit seinem Kleinod im Sommerhalbjahr immer wieder etwa bei den Echtdampf-Gartenbahnanlagen in Plochingen, Bad Schussenried (Freilichtmuseum Kürnbach) oder Bisingen. Sein Modellchen hat schon hunderte echter Kilometer zurückgelegt - "und läuft wie am Schnürle", wie sein Schöpfer versicherrt.


Seit April 2018: NEUERSCHEINUNG: Die Broschüre ist nun erhältlich!
’TramTrain Bottwartal | BahnNetzWerk Beilstein‘
Heilbronn - Schozachgau - Marbach
Auszüge aus unserem grafischen Vortrag mit Textteil | Ca. 40 Seiten A4 

Die Broschüre kann für ein Schutzentgelt von 3 Euro erworben werden:
:: Stuttgart: Stuttgarter Eisenbahn-Paradies, Senefelderstraße 71 B (Stuttgart West)
:: Waiblingen: Eisenbahntreffpunkt Schweickhardt, Biegelwiesenstraße 31, Beinstein
:: Marbach: Marbacher Zeitung, König-Wilhelm-Platz 2
:: Marbach: Buchhandlung Taube, Marktstraße 2
:: Marbach: Schnabl Modelleisenbahnen, Marktstraße 36
:: Oberstenfeld: Bücherstube Oechsle, Küfergasse 6
:: Beilstein: Reiss Schreibwaren und Toto Lotto, Hauptstraße 41
:: Ilsfeld: Spielwaren Jäger, König-Wilhelm-Straße 51
:: Heilbronn: Geschäftsstelle der Heilbronner Stimme
:: Duisburg: Buchhandlung Donat
:: Köln: Tram Shop Hafke
:: München: Fachbuchzentrum Stiletto
:: Per Bestellung über berner@bottwartalbahn.de – wir versenden per Post und Rechnung. Versandkosten 1,50 Euro.

Die Broschüre enthält die grundlegenden Informationen, wie man heute Regionalstadtbahnsysteme plant. Sie zeigt - an ausgewählten Beispielen - wie die Zweisystemstadtbahn Heilbronn fahrgastfreundlich und nutzernah über Beilstein nach Marbach verlängert werden könnte - mit Bündelungstrassierung, guter Einfügung in die vorhandene Siedlungsstruktur, optimaler Verknüpfung von Bahn und Bus und minimalem Aufwand an Ingenieurbauwerken. Die Beispiele sind völlig konkret und orientieren sich sämtlich an bereits vorhandenen Lösungen bei anderen Stadtbahnstrecken im Bereich Heilbronn/Karlsruhe/Stuttgart, die sich seit langem sehr gut bewähren. | Leseprobe



In Beilstein am 28. April 2018: Über ein äußerst rares Relikt, ein Stück originaler Schmalspurschiene der 1891 eingeführten württembergischen Form M, überreicht von H.-J. Knupfer (rechts), freut sich Beilsteins Bürgermeister Patrick Holl (Mitte) sehr. Wolfram Berner (links) sekundiert mit Marbacher Wein. Diese Schienen wurden ab 1894 auch bei der Bottwartalbahn verwendet.

Donnerstag, 26. April 2018 | 19.30 Uhr | Gasthaus Ochsen, Beilstein, Hauptstraße 36
Einladung zur Vorstellung der Broschüre
’TramTrain Bottwartal | BahnNetzWerk Beilstein‘
Bahnnetzwerk Beilstein | Heilbronn - Schozachgau - Marbach
Auszüge aus unserem grafischen Vortrag mit Textteil | Ca. 40 Seiten A4 

Zu der oben genannten Veranstaltung laden wir herzlich ein!  Bürgermeister Holl, Beilstein, hat dankenswerterweise zugesagt, dass er zu dieser Vorstellung zugegen sein wird.

Die Broschüre kann für ein Schutzentgelt von 3 Euro erworben werden:
:: Bereits am Abend der Vorstellung vor Ort
:: Per Postversand zuzüglich Versandkosten von 1,50 Euro. Eine Rechnung wird der Postsendung beigefügt.
:: Per Vorbestellung über berner@bottwartalbahn.de – wir versenden dann etwa ab dem 26. April per Post und Rechnung
:: Voraussichtlich bei örtlichen Verkaufsstellen in der Region, diese geben wir noch bekannt.

Die Broschüre enthält die grundlegenden Informationen, wie man heute Regionalstadtbahnsysteme plant. Sie zeigt - an ausgewählten Beispielen - wie die Zweisystemstadtbahn Heilbronn fahrgastfreundlich und nutzernah über Beilstein nach Marbach verlängert werden kann - mit Bündelungstrassierung, guter Einfügung in die vorhandene Siedlungsstruktur, optimaler Verknüpfung von Bahn und Bus und minimalem Aufwand an Ingenieurbauwerken. Die Beispiele sind völlig konkret und orientieren sich sämtlich an bereits vorhandenen Lösungen bei anderen Stadtbahnstrecken im Bereich Heilbronn/Karlsruhe/Stuttgart, die sich seit langem sehr gut bewähren.


Februar 2018 | Das hätte aus der alten Bottwartalbahn werden können
Schmalspurbahn ist beste Regionalbahn Österreichs
Umfrage unter den Fahrgästen zeigt den Erfolg


"Himmelstreppe" werden die goldfarbigen Panoramazüge zum Wallfahrtsort Mariazell genannt.
Foto: Ralf Kirion

Schmalspur im 21. Jahrhundert - warum nicht? Die 90 Kilometer lange Mariazellerbahn von Sankt Pölten nach Mariazell hat laut einer Umfrage unter ihren Nutzern das Prädikat als "beste Regionalbahn" Österreichs bekommen, wie die Neuen Österreichischen Nachrichten (NÖN) mit Meldung vom 5. Februar 2018 berichten. Im Vergleich zur Bottwartalbahn ist dabei aufschlussreich: Die Mariazellerbahn fährt als Schmalspurbahn praktisch auf der gleichen Spurweite (760 mm) wie die alte Bottwartalbahn (750 mm). Die Züge der Mariazellerbahn sind so breit und geräumig wie ein vollspuriger Stadtbahnwagen in Heilbronn oder Stuttgart - und damit flexibler als ein Bus. Die Mariazellerbahn erreicht planmäßig Tempo 80. Sie bietet Panoramawagen, auch die erste Wagenklasse sowie einen Bewirtungsservice am Platz. Kurzum, sie bietet für den Fahrgast all das, was auch eine vollspurige Bahn bietet. Dem Fahrgast ist die Spurweite der Bahn gleichgültig, so lange das Angebot stimmt.

All das hätte aus dem Netz der Bottwartalbahn auch gemacht werden können - wenn man vor 50 Jahren den Wert der Schmalspurbahn erkannt und sie endlich modernisiert hätte. Stattdessen wurde die Schmalspurstrecke als vermeintliche Quelle von Übeln überstürzt aufgelassen und abgebaut, während man auf eine schlagartig viele Millionen erfordernde Umstellung auf Vollspur wartete, die niemand bezahlen wollte und konnte. Zunächst wäre unter allen Umständen ein Weiterbetrieb der Schmalspur sinnvoller gewesen - und dann allenfalls eine mit Augenmaß in kleinen Schritten betriebene Umstellung der Spurweite auf dem wichtigeren Südteil des Bottwartalnetzes. Herausgekommen wäre (so oder so) eine attraktive Bahn. Aber für den Personenzugverkehr hätte man dies man wesentlich einfacher, schneller und vor allem billiger auch auf der Schmalspur erreichen können.

Die Mariazellerbahn in Niederösterreich: Ein Ziel für den nächsten Urlaub?  www.mariazellerbahn.at


Februar 2018 | Der ÖPNV braucht mehr Aufmerksamkeit - aber vor allem mehr Geld und mehr politische Fachkenntnis
Freifahrt im Öffentlichen Nahverkehr? Eine Replik


Samstag, 24. Februar 2018 | Tag der offenen Tür im Robert-Mayer-Gymnasium Heilbronn
H0e-Modulanlage Bahnhof Heilbronn Süd wird gezeigt
Fahrbetrieb 10 - 13 Uhr | Heilbronn, Bismarckstraße 10 | Raum 015 im Keller
Betreuung und Projektleiter: Helmuth Etzler, Heilbronn | Handzettel als Pdf


Montag, 5. Februar 2018 | Fachvortrag | Karlsruhe, Betriebshof AVG/VBK
Eine neue Bottwartalbahn?
TramTrain Bottwartal: Eine mögliche Ausdehnung des Zweisystemnetzes der AVG
Veranstalter: Verein Treffpunkt Schienennahverkehr Karlsruhe (TSNV) | Handzettel als Pdf
Vortragende: Wolfram Berner und H.-J. Knupfer


24. November 2017 | Kreis Ludwigsburg vergibt Planungsauftrag
Neue Untersuchung zur Bottwartalbahn

Der Ludwigsburger Kreistag hat am 24. November 2017 beschlossen, dass eine neue Standardisierte Bewertung für eine Bahnverbindung Marbach - Beilstein - Heilbronn vergeben wird. Machbarkeit und Finanzierbarkeit in Form der Zuschusswürdigkeit werden durch diese Studie grundsätzlich geprüft. Der Kreis Ludwigsburg folgt damit dem entsprechenden Votum, das der Kreis Heilbronn bereits vor etlichen Tagen abgegeben hatte. 2004 war bereits schon einmal eine solche Bewertung verfasst worden, damals mit eher negativ-knappem Ergebnis. Aus heutiger Sicht gelten die Ausgangsbedingungen nunmehr als wesentlich besser.
Meldung der Marbacher Zeitung (Stuttgarter Zeitung) vom 25.11.2017
Vorkommentar der Marbacher Zeitung vom 24.11.2017


Freitag, 17. November 2017 | 19.30 Uhr | Gasthaus Krone, Auenstein
Ilsfeld und die Bottwartalbahn
Das seinerzeit modernerste Lokalbahnsystem der Erde
und der (fast) wichtigste Bahnhof des Lokalbahnnetzes
von Beilstein

Historischer Bildervortrag von Wolfram Berner und H.-J. Knupfer
Veranstalter: Heimatverein Ilsfeld | http://ilsfelder-heimatverein.jimdo.com


Die Verlängerung der Bottwartalbahn im November 1899 von Beilstein über Auenstein nach Ilsfeld brachte dem Schozachtal den langersehnten Anschluss an die weite Welt. Umfangreiche Gütergleisanlagen zeugten von regem Verkehrsaufkommen besonders zur Rübensaison. Trotz intensiver Bemühungen der Lokalpolitik endete Ilsfelds Schienenverkehrskapitel 1969. Der Vortrag zeigt mit bisher teils unveröffentlichten Fotos beeindruckende Blicke in eine vergangene wie faszinierende Mobilitäts- und Arbeitswelt zwischen Marbach, Ilsfeld und Heilbronn.
- Rund 120 Gäste folgten der Einladung des Heimatvereins in den Gasthof Krone. Zum am Rande erwähnten Thema Regionalstadtbahn fielen klare Äußerungen von Zuschauern: "Mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen alleine kommen wir nicht weiter. Den Nutzen einer Bahn muss man losgelöst von betriebswirtschaftlichen Zahlen sehen, sonst würden keine öffentlichen Einrichtungen gebaut. Auf den Straßen geht nichts mehr. Die Stadtbahn ist notwendig. Wir brauchen sie jetzt. Es ist Zeit!"


8. November 2017 | Heilbronner Stimme |
Weichenstellung für das Tal der Bahnlosen

Region  In den Anliegerkommunen der einstigen Schozachtalbahn mehren sich in jüngster Zeit Stimmen, die eine Reaktivierung der ehemaligen Bahnstrecke fordern. Der Verwaltungsausschuss des Kreistags hat nun einer Machbarkeitsstudie zugestimmt.

Es war nicht der Aufbruch zu einer Reise in eine große Bahn-Zukunft. Aber eine Weichenstellung auf dem Weg dorthin könnte es doch gewesen sein: Der Verwaltungsausschuss des Kreistags stimmte zu, sich an einer Machbarkeitsstudie für die Bottwartalbahn zwischen Marbach, Beilstein und Heilbronn zu beteiligen.Eine solche Studie hatte es bereits in den 90er Jahren gegeben − und das seinerzeit angedachte Projekt Schozachtalbahn als Ergänzung des Heilbronner Stadtbahnnetzes wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit beendet. Vom "Tal der Bahnlosen" habe man daraufhin gesprochen, erinnerte sich Landrat Detlef Piepenburg. In der Ausschusssitzung am Montag meldete der Heilbronner Kreis-Chef: "Es kommt wieder Bewegung rein." In den Anliegerkommunen der einstigen Schozachtalbahn sowohl im Kreis Ludwigsburg als auch im Landkreis Heilbronn mehren sich in jüngster Zeit Stimmen, die eine Reaktivierung der ehemaligen Bahnstrecke fordern. Gestiegene Einwohnerzahlen, anschwellende Schüler- und Studentenströme, viele neue Arbeitsplätze − etwa bei Bosch in Abstatt − und nicht zuletzt ständig verstopfte Straßen sind Argumente, sich erneut damit auseinanderzusetzen. Das zeigten zuletzt Diskussionen in den Gemeinderäten von Beilstein, Ilsfeld, Abstatt, Untergruppenbach und Talheim. Dazu passt, dass der Neubau der Bottwartalbahn Anfang des Jahres bei der Fortschreibung des Regionalverkehrsplans des Verbands Region Stuttgart mit hoher Dringlichkeit eingestuft wurde.


25. Oktober 2017 | Heilbronner Stimme
Beilstein debattiert über Trassen für Bottwartalbahn

Beilstein | Vier Varianten für einen möglichen Gleisverlauf der künftigen Bottwartalbahn in Beilstein gibt es. Im Gemeinderat wurde heftig darüber diskutiert. Eine Lösung, die alle überzeugt, gibt es aber nicht.


Dienstag, 12. September 2017 | 19 Uhr | Marbach | Neckarsteg
Informationsveranstaltung "Neue Bottwartalbahn"
Besichtigung der alten Bahntrasse Industriegleis bis zum ehemaligen Rangierbahnhof EVS/
Abzweig von der Bottwartalbahn
Ab ca. 20 Uhr Impulsvortrag mit anschließender Diskussion im Bootshaus bei Pana
Vortrag: Wolfram Berner und Hans-Joachim Knupfer
Gast: SPD-Bundestagskandidat Thomas Utz
Veranstalter: SPD-Ortsverein Marbach am Neckar | www.spd-marbach.de
Die Veranstaltung ist öffentlich, jedermann kann teilnehmen | Handzettel Pdf
-> So hat die Marbacher Zeitung darüber berichtet


8. September 2017 | Stadt Heilbronn: Liste für Mobilitätfonds erstellt
Heilbronn will Bottwartalbahn planen
Die Stadtverwaltung Heilbronn möchte an die Planung der neuen Bottwartalbahn Richtung Beilstein gehen, soweit dies das Stadtgebiet betrifft. Das meldet die Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe vom 8. September 2017 ("Neunzehn Ideen für bessere Luft". Für diese anteilige Stadtbahnplanung will die Kommune aus dem neuen Mobilitätsfonds der Bundesregierung sechs Millionen Euro bewilligt bekommen, gemeinsam mit etlichen weiteren Mitteln für andere Projekte beim ÖPNV und Fahrradverkehr im Stadtgebiet. Dazu gehören auch zwei mögliche Haltestellen für den Fall einer Reaktivierung der Zabergäubahn. Das Land wird die Wunschliste bearbeiten und dann bezüglich der insgesamt 19 Vorschläge Prioritäten anregen, die dem Bund gemeldet werden sollen.


Seit September 2017: Wagen 132 wieder in Oberschwaben
Personenwagen der Bottwartalbahn gelangt zur Öchslebahn
Verein Jagsttalbahnfreunde verdient Unterstützung für sein Entgegenkommen

Am 7. September 2017 gelangte der einstige Personenwagen 132 des Systems staatliche württembergische Schmalspurbahnen nach Ochsenhausen. Die Jagsttalbahn hat den Wagen an die Öchsle-Museumsbahn abgegeben. Dort wird der Wagen, der in schlechtem Zustand ist, früher oder später saniert werden und wieder in Betrieb gehen. Damit gelangt ein originaler Personenwagen des württembergischen Lokalbahnsystems zur einzigen erhaltenen Linie dieses Systems. Dies ist das erste Mal der Fall.
Der Wagen hatte im Jagsttal von 1967 bis 1988 unter der Nummer MD 2 zunächst dem Schülerverkehr und dann dem Touristikverkehr gedient und dort der landeseigenen Südwestdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft SWEG gehört (heute Südwestdeutsche Verkehrsgesellschaft). Gebaut worden war der BCi 132 er im Jahr 1896 gemeinsam mit zwei gleichartigen Exemplaren für die Schmalspurbahn Schussenried - Buchau in Oberschwaben. Dies war die Erstausstattung der Buchauer Bahn und lange Jahre der einzige Personenwagenbestand. Später gelangte der Wagen auf andere Strecken des staatlichen Schmalspursytems. So war er lange auf der Zabergäubahn im Einsatz und zum Schluss bis 1966 auf der Bottwartalbahn, bevor ihn Anfang 1967 die SWEG übernahm. Nach der vorläufigen Betriebseinstellung im Jagsttal 1988 konnte sich mangels Zuständigkeit zunächst für lange Zeit niemand um den Wagen kümmern, so dass er zu verfallen begann. Nachdem der Verein Jagsttalbahnfreunde schließlich Eigentümer des vormaligen SWEG-Fahrparks wurde, ließ der Verein den Wagen mit einer soliden Plane abdecken, um eine weitere Verschlechterung des Zustandes zu verhindern. Inzwischen trafen sich die Interessen der beiden Museumsbahnvereine dergestalt, dass grundsätzlich ein Tausch zwischen einem der Schotterwagen der Öchslebahn und dem Wagen 132 möglich wurde. Bei der Jagsttalbahn ist weiterhin der mit dem 132 baugleiche Wagen ex 126 vorhanden (Wagennummer im Jagsttal: MD 1). Dieser ist in besserem Zustand und besitzt noch die originale württembergische Inneneinrichtung, der 132 nicht. Damit ist im Jagsttal weiterhin ein Vertreter des Fahrparks zum geschichtlichen Aspekt Gebrauchtkäufe und Schülerverkehr vertreten.

Der Wagentyp BCi ist für das System staatliche württembergische Schmalspur von außerordentlicher Bedeutung: Diese Bauart vereinte eine ungewöhnlich große Wagenlänge, ungewöhnlich große einteilige Fenster, die ungewöhnliche Einrichtung von Sitzplätzen auch im Freien (auf den offenen Wagenbühnen), den für Lokalbahnen eher ungewohnten Komfort auch der zweiten Wagenklasse (daher der Gattungsbuchstabe B) neben der üblichen dritten Klasse (Buchstabe C). Hintergrund war die offensichtliche Absicht der Staatsbahnverwaltung, ein außerordentlich geräumiges, ästhetisches und attraktives Fahrzeug zu schaffen, das besonders für die neue Teil-Zielgruppe Tourismus ausgelegt war und für die weitere Verbreitung des Systems württembergische Schmalspur werben sollte - eine Art Ganzjahres-Sommerwagen. Aus der großen Wagenlänge von über zehn Metern bei nur zwei Achsen - das war die gleiche Dimension wie um 1890 der längste württembergische Personenwagen für den Lokalverkehr auf der Vollspur (!) - resultierte ein außerordentlich günstiger Faktor für das Verhältnis von Fahrzeuggewicht zu Nutzlast (Sitzplätze) sowie der Energieeffizienz. Die Ingenieure der Maschinenfabrik Esslingen gingen mit diesem Konstrukt also an die Grenzen des technisch Machbaren. Dank der damals gerade eingeführten Lenkachsen der Vereinsbauart waren diese Wagen jedoch ausreichend bogenläufig und bewährten sich gut. Mit diesen Wagen - und dem sonstigen strikt einheitlichen und enorm leistungsfähigen Wagenpark - bildete das System staatliche württembergische Schmalspur seinerzeit, vor 120 Jahren, das modernste und effizienteste Lokalbahnsystem der Erde. Bis zur Auflassung des öffentlichen Personenverkehrs auf der Öchslebahn 1964 war dort bis zum Schluss auch ein Wagen der Type BCi im Einsatz, wenn auch keines der heute erhaltenen beiden Fahrzeuge. Der Dank aller Schmalspurliebhaber gilt dem Verein Jagsttalbahnfreunde für sein Entgegenkommen – und der Verein freut sich weiterhin über Unterstützung. Dass der Fahrzeugpark im Jagsttal langsam aber sicher Fortschritte macht, davon darf sich jeder im Lokschuppen Dörzbach z.B. beim Denkmalstag am 10. September 2017 überzeugen. 

www.jagsttalbahn.de  |  Spendenkonto IBAN: DE74 6209 1800 0008 9500 08


Dienstag, 12. September 2017 | 19 Uhr | Marbach | Neckarsteg
Informationsveranstaltung "Neue Bottwartalbahn"
Besichtigung der alten Bahntrasse Industriegleis bis zum ehemaligen Rangierbahnhof EVS/
Abzweig von der Bottwartalbahn
Ab ca. 20 Uhr Impulsvortrag mit anschließender Diskussion im Bootshaus bei Pana
Vortrag: Wolfram Berner und Hans-Joachim Knupfer
Gast: SPD-Bundestagskandidat Thomas Utz
Veranstalter: SPD-Ortsverein Marbach am Neckar | www.spd-marbach.de
Die Veranstaltung ist öffentlich, jedermann kann teilnehmen | Handzettel Pdf
-> So hat die Marbacher Zeitung darüber berichtet


Donnerstag, 27. Juli 2017 | 15 Uhr | Bahnhof Steinheim, Bahnhofstraße 2, 71711 Steinheim
Reaktivierung der Bottwartalbahn und Verlängerung bis nach Heilbronn
Maßnahmen 50 und 88 im Regionalverkehrsplan der Region Stuttgart
Vor-Ort-Aktion der CDU-Fraktion im Verband Region Stuttgart
Öffentliche Einladung |  Information, Erörterung und Diskussion mit Vertretern der CDU und den Bürgern | Dauer: ca. bis 18 Uhr
Ziel: Hochstufung des Vorhabens vom bisherigen Status "hohe Dringlichkeit für Stadtbahn" zum Status "höchste Dringlichkeit" im Regionalverkehrsplan


26. Juli 2017 | Heilbronner Stimme
Votum für die Bottwartalbahn

Talheim | Nach den Gemeinderäten in Beilstein, Abstatt, Ilsfeld und Untergruppenbach hat jetzt auch das Talheimer Gremium zugestimmt, dass der Kreis Heilbronn eine Beteiligung an einer neuen Machbarkeitsstudie für eine Stadtbahn Richtung Marbach beschließen soll.


Mittwoch, 26. Juli 2017 |  18 Uhr | Am Bahnhof Steinheim
Bottwartalbahn: „Regionalplanerisch gewollt-technisch machbar?“ 
Vor-Ort-Besichtigung möglicher Haltestellen und Trassierungselemente einer neuen Bottwartalbahn in Steinheim, Kleinbottwar und Großbottwar |
Einladung der SPD-Regionalfraktion und SPD-Kreistagsfraktion |
Abschluss in der Kelter der Bottwartäler Winzer in Großbottwar | Gelegenheit zur Diskussion mit Vertretern der Bürgeraktion Bottwartalbahn, dem verkehrspolitschen Sprecher der SPD-Regionalfraktion und Vertretern der Kreistagsfraktion


Dienstag, 27. Juni 2017  | 19 Uhr | Winzerhausen (Großbottwar), Kelter
Wann kommt die Bottwartalbahn?
Informationsabend und Podiumsdiskussion mit Daniel Renkonen MdL (Grüne), Ralf Zimmermann (Bürgermeister der Stadt Großbottwar), Matthias Lieb (Vorsitzender Verkehrsclub Deutschland VCD, Sektion Baden-Württemberg), Gerd Hickmann (Leiter der Abteilung ÖPNV beim Verkehrsministerium Baden-Württemberg) | Einladungsplakat als Pdf 


Donnerstag, 11. Mai 2017 | 20 Uhr
Vorstudie TramTrain Bottwartal | BahnNetzWerk Beilstein
Regionalstadtbahn Heilbronn - Schozachgau - Marbach
Anregungen zum Abschnitt Beilstein - Heilbronn
Vortrag von Wolfram Berner und H.-J. Knupfer | Auf Einladung von Norbert Manz, Abstatt

Ort Hotel-Restaurant Wildeck | Heilbronner Straße 16 | Abstatt | www.das-wildeck.de


Donnerstag, 9. März | 20 Uhr | Klostermuseum Steinheim | Bildervortrag
Endstation Steinheim? Zur Bedeutung der Bottwartalbahn für die Urmenschstadt
Helga Becker/Wolfram Berner/H.-J. Knupfer
Die Eröffnung der Bottwarbahn anno 1894 brachte Steinheim als bedeutendem Industriestandort einen großen Entwicklungsschub. Umfangreiche Gütergleisanlagen zeugten von regem Verkehrsaufkommen. Die lokale Industrie war auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass der verbliebene Südast der Bottwarbahn ab 1968 auf Normalspurgleisen nach Steinheim führte. - Der Vortrag zeigt mit professionellen Fotos beeindruckende Blicke in eine vergangene wie faszinierende Mobilitäts- und Arbeitswelt zwischen Marbach, Steinheim und Heilbronn. Angefügt ist ein Überblick über die Möglichkeiten einer modernen Regionalstadtbahn in der Relation Heilbronn - Schozachgau - Beilstein - Marbach.


Rund 80 Besucher informierten sich im Klostermuseum über die historische Bedeutung Steinheims
für die Bahn, und über die Möglichkeiten einer neuen attraktiven Verkehrsveribndung |
Fotos: Richard Becker


Sonntag, 9. Februar 2017 | Schozacher Grenzgang
Geführte Bahndammwanderung Bahnhof Schozach - Ortsrand Talheim


Führung: Wolfram Berner | H.-J. Knupfer
Veranstalter: Heimatverein Schozach Dogeschno e.V.

Oben | Michael Klose (links) vom Heimatverein Schozach und seine Getreuen hatten den Rahmen trefflich vorbereitet - so konnten die "Eisenbahner" gut loslegen


Oben | Rund 90 Teilnehmer folgten den Bahnspuren, hier am alten Steinbruch auf Markung Neckarwestheim, wo das Rübenverladegleis lag | Zwei Fotos: Helmuth Etzler


Oben | Während der Heimatverein nach glücklicher Rückkehr Bratwurst, Glühwein und Kaffee verabreichte, präsentierten die Bahnfreunde einen provisorischen Infostand. Auch die Schriften über die Jagsttalbahn fanden buchstäblich Nachfrage - einige Gäste erkundigten sich interessiert danach.


Anfang 2017 | Der angekündigte Abschied: DB Regio Bus setzt auf Privattochter
Bottwartal: Klassische Bahnbusse auf dem Rückzug

Voraussichtlich ab August 2019 werden die seit über 50 Jahren im Bottwartal bekannten roten Bahnbusse wohl nicht mehr hier zu sehen sein: Die Leistungen dürften auf private Busunternehmen übergehen. Grund ist die nach EU-Recht nötige Neuausschreibung der Buslinienbündel. Dabei steht verstärkt der günstige Angebotspreis im Vordergrund. Für die DB Regio Bus, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, bis vor einiger Zeit als Regionalbus Stuttgart (RBS) firmierend, wird es dabei schwierig, mit den bisher gewährten Tarifregelungen für ihre Fahrer mitzuhalten. Jedoch besitzt DB Regio Bus wiederum eine Tochterfirma in Gestalt des Firma Friedrich Müller Omnibusunternehmen (FMO), Schwäbisch Hall. Dort sind die Fahrer tariflich nach den Regelungen für das private (kleine und mittelständische) Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg eingestuft, der so genannte WBO-Tarif (nach dem Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer).

Für die seit über einem halben Jahrhundert zwischen Marbach und Beilstein bestehende verkehrliche Partnerschaft zwischen Region und DB-Regionalbus könnte in der bisherigen Form das Ende kommen. Seit dem Ende der alten Bottwartalbahn nutzt der RBS den ehemaligen Güterbahnhofsteil in Beilstein als Abstellplatz für Busse und das einstige private Lagerhaus am Bahnhof Beilstein als Sozialraum für die Busfahrer. Bereits jetzt sind auf den Bottwartallinien verstärkt Busse der FMO zu sehen. Ob es angesichts attraktiver Arbeitsstätten in der Industrie gelingen wird, Busfahrerarbeitsplätze im Hochlohngebiet Ballungsraum Stuttgart künftig zu weniger attraktiven Tarifregelungen als bisher zu finden und dauerhaft zu halten, muss sich zeigen.  - Artikel der Marbacher Zeitung vom 29.01.2017 zum Thema


Sonntag, 9. Oktober 2016 | Reiseveranstaltung der Marbacher Zeitung
Bus-Exkursion zum Hymer-Caravan-Museum Bad Waldsee und zur Öchslebahn

7.30 Uhr ab Marbach Bahnhof | 7.45 Uhr ab Steinheim, ehemaliger Bahnhof
Siehe auch www.marbacher-zeitung.de  |  Handzettel als Pdf
Führung bei der Öchslebahn: H.-J. Knupfer und Wolfram Berner


Oben | Die 29-köpfige Gruppe, vorwiegend aus Marbach, Steinheim und Affalterbach, freute sich über das Reisegefühl


Oben | Wolfram Berner erläuterte in Warthausen anschaulich nicht nur den Beilsteiner Güterwagen 154 beim Öchsle, den Transport auch vierachsiger Güterwagen (wie hier im Bild) auf dem Rollschemel, die Betriebsanlagen in Warthausen und ihre einstige Entsprechung in Marbach.


Oben | Die Marbacher Zeitung als Veranstalter der Fahrt schickte selbstverständlich Redakteurin Rita Brandenburger-Schift (Mitte) mit auf die Reise


Oben | Zum Saisonabschied vom "normalen" Sonntagsverkehr hatte der Betreiberverein ausnahmsweise die wertvolle Mallet-Dampflok 99 633 angeheizt. Auch bis zum Jahresende gibt es aber noch Sonderfahrtermine wie Mondschein- und Vorweihnachtsfahrten


Oben | Mit erstaunlicher Ausdauer lauschten die Interessenten aus dem Marbacher Sprengel den Ausführungen von Andreas Albinger, Vorstandsmitglied des Vereins Öchslebahn und Geschäftsführer der gemeinnützigen Bahnbetriebsgesellschaft des Landkreises Biberach. Nicht zuletzt die Damen zeichneten sich durch Wissbegier und sehr gezielte Fragen aus - auf die Andreas selbstverständlich auch keine exakte Antwort schuldig blieb


Oben | Seit 2016 steht in Ochsenhausen wieder ein zierlicher - und natürlich funktionsfähiger - Wasserkran von exakt der Ausführung, wie er sich auch in Beilstein befand. Der Öchslebahnverein - in diesem Fall genauer gesagt vorwiegend Andreas Albinger - hat das filigrane Gerät völlig in Eigenleistung erschaffen. Dies geschah penibel nach den alten Plänen der königlichen Staatsbahn aus dem Staatsarchiv, nur eben aus geschweißten und gewalzten Teilen, nicht mehr aus Stahlguss. Das seit den Frühtagen der Museumsbahn in den 1980er Jahren vorhanden gewesene Vorgängermodell, das von der Regelspur stammte, daher zu voluminös war, ist stattdessen entfernt worden und dient nun einer anderen Museumsbahn


Oben | Da ist sie! Endlich trafen die Teilnehmer auch auf die einstige Steinheimer Denkmalslok 99 651, die nun nach 47 Jahren wettergeschützt unter Dach steht. Dass die Maschine die allerlängste Zeit ihres "Berufslebens" auf der Öchslebahn verbracht hatte und die kürzeste im Bottwartal, überraschte nochmals einige der Gäste. Spontanes Fazit des Besuches aus dem Unterland: "Hier ist die Lok jetzt wirklich besser aufgehoben." 


Oben | H.-J. Knupfer überreichte an Andreas Albinger ein wertvolles, über hundert Jahre altes echtes Foto der Öchslebahn im Originalrahmen, das ein Antiquar in Sachsen (!) feilgeboten hatte. Danke unserem Freund Peter Wunderwald von der Wilsdruffer Schmalspurbahn für den kollegialen Hinweis!


Samstag, 8. Oktober 2016 | Stuttgart | Bildervorträge | H.-J. Knupfer & Wolfram Berner
Die Bottwartalbahn als Teil des Systems württembergische Lokalbahnen
Feldbahnen im Kreis Ludwigsburg und der Region Stuttgart
(Arbeitstitel)
16 Uhr | Veranstalter: Verkehrsfreunde Stuttgart e.V. | www.vfsev.de
Vortragsort: Saal der AV Alania | Wächterstraße 11 |Stuttgart-Mitte
Keine Parkplätze | Anreise: SSB-Haltestelle Dobelstraße (Linien U5, U6, U7, U12)


Donnerstag, 29. September 2016 | 19.30 Uhr | Murr | Bildervortrag
Murr und die Bottwartalbahn  
Bürger- und Rathaus | Hindenburgstraße 60


Samstag, 24. September 2016 | 19.30 Uhr | Bahnhöfle Oberstenfeld | Bildervortrag
Oberstenfeld und die Bottwartalbahn
Anlässlich des 24. September 1966 - vor 50 Jahren: 
Auflassung des Rest-Personenzugverkehrs auf der Bottwarbahn


Dienstag, 19. Juli 2016 | 14 - 15 Uhr | Vortrag
Wolfram Berner: Mythos Bottwartalbahn?
Zur Wiederbelebung der Erinnerungskultur an eine württembergische Schmalspurbahn

Verein der Freunde des Historischen Instituts der Universität Stuttgart e.V.
Keplerstraße 17 | Stuttgart-Mitte | Raum M 11.71


Am 14. Juli 2016: Bahndenkmal Oberstenfeld eingeweiht
Clevere Infrastruktur vor 120 Jahren
Weiteres "technisches Trittsteinbiotop" am Bahnwanderweg


Seit 14. Juli 2016 grüßt auf Markung Oberstenfeld ein weiteres Bahn-Kleindenkmal. Wir freuen uns sehr über die Einweihung durch Bürgermeister Markus Kleemann - auf dem Foto der dritte Mann von links auf dem Gleis, leicht gebückt mit dem "Kramper" in der Hand. Der Gemeinderat hatte im April 2016 unserem Vorhaben zugestimmt, und Markus Kleemann hat es freudig unterstützt. Wir danken ihm, den Räten sowie dem Bauhof Oberstenfeld für die Pfostenlöcher im schwierigen Untergrund, auf dem man - was wohl? - auf Bahnschotter stößt, natürlich auf den von vor 50 Jahren, und  für den Spendenaufruf im Gemeindeblatt. Wir freuen uns über die breite Unterstützung: der Firma bmk Steinbruchbetriebe, Talheim, für die Schotterspende und die kostenlose Zufuhr - es ging immerhin um 12 Tonnen Material für die 9 Meter Gleisjoch -, dem Bauunternehmen Erich Ungerer, Oberstenfeld, für den engagierten Einsatz zum kurzfristigen Transport des Gleisjoches aus Steinheim, sowie der Beschriftungsfirma Graf, Oberstenfeld, für den Freundschaftspreis für die Info- und Kilometertafeln. Natürlich gilt unser Dank nicht weniger den Geldspendern, die uns bei der Kostenseite den Rücken freihalten. - Mehr dazu unter Aktuelles/Kleindenkmale.


Seit 29. Juni 2016: Neue Serie von Informationstafeln
"Bahnrundgang" in Beilstein eingeweiht
Vier markante Punkte um den einstigen Bahnhof

In Beilstein vor der alten Bahnhofstreppe: Die Initiatoren und Spender präsentieren eine der neuen Infotafeln. Vier davon finden sich nun um das einstige Bahnhofsgelände: am südlichen und nördlichen Ende des Fußweges "Alte Bahn", als zentrale Tafel mit Lageplan an der Ecke Bahnhofstraße/Heerweg/Dammstraße, sowie rechts der Dammstraße am ehemaligen Eisenbahner-Dienstwohngebäude (Dammstraße 6), heute Steuerberater Kaufmann und Wottawa. Die vier Tafeln beschäftigen sich journalistisch-informativ mit folgenden Blickwinkeln: dem Rollschemelbetrieb, der Bedeutung der Bahn für den Tourismus in Beilstein, mit der Rolle als Arbeitgeber für Beilstein sowie dem Charakter als Bahnknotenpunkt des Bottwartal-Schozachtal-Netzes mit Lokomotivstation. Bürgermeister Patrick Holl sowie die ehrenamtlichen Akteure H.-J. Knupfer und Oliver Kämpf würdigten die Aufstellung der Tafeln, die kein trockenes Wissen und (an einer solchen Stelle) unnötig detailgenaue Faktenauflistungen vermitteln, sondern in erster Linie als Appetitmacher für weiteres Interesse der Betrachter dienen sollen.

Zwei zusätzliche Tafeln stehen in der Albert-Einstein-Straße nach der Stadthalle auf Höhe des Sportplatzes sowie am Scheitelpunkt der Bahn an der Landstraße nach Auenstein. Die beiden letzteren Tafeln gehören formal nicht zum "Bahnrundgang" innerhalb von Beilstein, sondern bilden bereits weitere Bausteine für die nach und nach entstehende durchgehende Beschilderung des Bahnwanderweges Marbach - Beilstein - Heilbronn. Auf dem Foto ganz rechts der Beilsteiner Alt-Eisenbahner Erhard Kunz, der 1968 als Lokheizer für die letzten Betriebsmonate der Bottwarbahn einsprang. - Wir danken allen Spendern - sie sind auf den Tafeln genannt - und der Stadt Beilstein für die engagierte Unterstützung. Wo die Tafeln in Beilstein stehen, entnehmen Sie dem kleinen Lageplan Beilstein (Pdf). Die Standorte aller bisherigen Tafeln, Kleindenkmale und Relikte finden sie im Übersichtsplan (Pdf). Und warum zeigen wir die Tafeln selbst nicht im Internet? Weil wir wollen, dass Sie die schöne Gegend zwischen Marbach, Beilstein und Heilbronn besuchen!  
Bericht der Marbacher Zeitung vom 30. Juni 2016:  "Bahnrundgang mit Überraschungseffekt", siehe www.marbacher-zeitung.de -> Suchfunktion


Unsere neueste Broschüre ist erschienen - pünktlich zum 10. Juni 2016 zum Abtransport der Lok aus Steinheim
Friedliche Kriegslok
Die Dampflokomotive 99 651, Steinheim an der Murr und die Bottwartalbahn

Näheres siehe Rubrik Produkte
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10. Juni 2016: Die Steinheimer Denkmalslok verschwand gen Oberschwaben
Zurück zur Öchslebahn
52 Jahre nach dem Ende ihres dortigen Einsatzes auf der Strecke Biberach/Wart-
hausen - Ochsenhausen, der 34 Jahre währte, von 1928 bis 1964, ist die
Schmalspurdampflok 99 651 am 10. Juni 2016 vom Verein Öchsle Schmalspurbahn
abgeholt worden. Am 11. Juni traf sie in Ochsenhausen ein. Künftig wird sie dort ge-
meinsam mit dem weiteren Fahrpark "staatliche württembergische Schmalspur-
bahnen zu sehen sein.

Oben | Kleine Luftreise in Steinheim: Schon sitzt die Lok auf demTieflader


Oben | Jürgen Berner (Foto) und Wolfram Berner verkauften wie die Wilden ihre neue Broschüre
"Friedliche Kriegslok" über die Steinheimer Dampflok und den Bahnhof Steinheim. Über 150
Stück des Druckwerkes wechselten innerhalb der sieben Stunden "Öffnungszeit" den Besitzer.
Auch die Vereinszeitschrift der Jagsttalbahn (vorne) fand regen Zuspruch

Oben | Vor 22 Jahren zum Jubiläum 100 Jahre Bottwarbahn (1994) war spontan und in einigen
Nächten eine sinngemäße Roh-Nachbildung der Steinheimer Gleisanlage als Modell in Baugröße
HOe entstanden. Die fand nun am 10. Juni 2016 auch in Steinheim wieder ihre Beachtung. Den
originalgetreuen Nachguss der Steinheimer Bahnhofs-Höhentafel (aus Alu-Guss) hat Karl-
Heinz Nitschke gestiftet, dafür vielen Dank! Die Tafel wird der Stadt Steinheim übergeben und
soll in Zukunft wieder am Bahnhöfle ihren Platz finden

Oben |  Das Gleisjoch, auf dem die Lok 48 Jahre stand, ist vermutlich das letzte originale Gleis-
stück der Bottwarbahn. Wir haben es von der Stadt Steinheim übernommen. Es verschwand
noch am gleichen Tag wie die Lok. Während die Fotografen ihre Freude an der Lok hatten, war
von unserer Seite einige harte handwerkliche Arbeit nötig, bevor der an die drei Peinerträger sehr
gut angeschweißte Gleisrost sich von diesen lösen ließ. Zum Glück gelang das rechtzeitig, bevor
die von uns bestellte Baufirma Ungerer (Oberstenfeld) anrückte und mit ihrem Minikran das
Gleisstück schnappte. Es wird in Oberstenfeld als Kleindenkmal Verwendung finden


Die Lok aus Steinheim ist verschwunden - zurück in ihre alte Heimat Oberschwaben.

Bericht der Marbacher Zeitung vom 11. Juni 2016: "Großer Bahnhof für das alte Bähnle", siehe www.marbacher-zeitung.de -> Suchfunktion
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April 2016 | Druckfrisch erschienen! Neue Broschüre
Von der Kraftwerksbahn zum Radweg
Aus der Geschichte der Anschlussbahn des Dampfkraftwerks Marbach am Neckar

Werk Marbach der einstigen Energieversorgung Schwaben (EVS)
Ein Appendix der Bottwartalbahn | Veröffentlichung v
on Wolfram Berner

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit, indem Sie dieses gut gemachte Erzeugnis bestellen! Näheres siehe Rubrik Produkte


Montag, 11. April 2016 | 20 Uhr | Rathaus Marbach | Marktstraße 23 | Bürgersaal  (Dachgeschoss) |
Schillerverein Marbach | Eintritt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro

Von der Kraftwerksbahn zum Radweg
Aus der Geschichte der Anschlussbahn des Dampfkraftwerks Marbach am Neckar

Werk Marbach der einstigen Energieversorgung Schwaben (EVS)
Ein Appendix der Bottwartalbahn |
Vortrag von Wolfram Berner

"Jetzt haben wir keine Stühle mehr im Rathaus!" - Bürgermeister Jan Trost konnte es kaum fassen, und der Saal auch nicht: Über 120 Gäste drängten sich im Vortragssaal, als Wolfram Berner in seinem gut einstündigen Vortrag die Geschichte der EVS-Anschlussbahn beleuchtet. Auch der Bau der beiden Marbacher Kraftwerke und die Umspurung der Bottwarbahn im Bereich Marbach 1939/40 wurden mit seltensten Bildern dargestellt. Glänzende Augen bekamen viele Betrachter auch bei dem farbigen, 1971 gedrehten Schmalfilm von Gerald Gunzenhäuser, dessen digitale Fassung über die Leinwand flimmerte. Darin wurden die feuerloser Dampflok und der altewürttembergische Personenwagen nochmals lebendig, auch die schweren Kohlenzüge hinter der hart arbeitenden Lok. Es sei der am meisten besuchte Vortragsabend des Schillervereins gewesen, so staunte auch Trost. -
Wir danken allen Leihgebern, namentlich dem Stadtarchiv Marbach unter Albrecht Gühring, und den Gebrüdern Gunzenhäuser für die hervorragende Unterstützung.
Gerne können Sie den Bernerschen Vortrag nun in Gestalt einer hübschen Broschüre kaufen - siehe Produkte 


16. Februar 2016: Gemeinderat fällte Grundsatzbeschluss
Lok 99 651 kommt nach Ochsenhausen


Der Gemeinderat zu Steinheim hat in der öffentlichen Sitzung vom 16. Februar 2016 mit klarer Mehrheit beschlossen, dass die Stadt Steinheim die bisherige Denkmalslok an den Verein Öchsle-Schmalspurbahn abgeben soll. Damit folgte der Gemeinderat nicht dem Vorschlag der Verwaltung, die einen Verbleib der Lok in Steinheim, eine Sanierung und Überdachung formuliert hatte. Über den nun nötigen Dauerleihvertrag zwischen der Stadt und dem Verein wird der Gemeinderat in der Folge zu beschließen haben. Dies steht vorbehaltlich der Haltung der Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt Ludwigsburg.

Der gewisse heimatkundliche Bezug der Lok zum Bottwartal wurde nicht in Frage gestellt. Zwei Fraktionen des Steinheimer Gemeinderates bezogen sich auf die heimatkundliche Bedeutung der Maschine für die Bahnanlieger im Kreis Biberach und äußerten Respekt vor der bisherigen Arbeit des Vereins in Ochsenhausen. Eine Fraktion verwies auf den Bescheid des Regierungspräsidiums Tübingen, dass die Lok zu dem denkmalgeschützten Objektbestand gehöre, dessen "natürliche Heimat" die Öchsle-Bahn bilde.

Alle Fraktionen waren sich einig, dass die von der Verwaltung bezifferten Kosten von 244 000 Euro für Restaurierung und Überdachung vermutlich nicht ausreichen würden. Die Finanzlage der Stadt und andere Aufgabenstellungen würden Prioritäten gebieten, zu denen die Denkmalslok bei aller herzlichen Zuneigung letztlich nicht gehöre. Ein Fraktionsmitglied verwies auf die Tatsache, dass auch andere einstige Denkmalslokomotiven inzwischen wieder vom Sockel geholt würden. Namentlich sei der vormalige Fall der ähnlichen Schmalspurlok in Güglingen zu nennen, die schon vor 20 Jahren an die Öchslebahn gegangen sei.

Die - nicht repräsentative - Meinungsumfrage der Freien Wähler Steinheim hatte unter knapp 970 Teilnehmern (seit 5. Februar) eine Zustimmung von etwa 95 Prozent der Teilnehmer ergeben, die sich für die Abgabe nach Ochsenhausen ausgesprochen haben. - In Ochsenhausen wird die Maschine rollfähig hergerichtet werden, wieder in ihren angestammten Lokschuppen einziehen und zu bestimmten Anlässen öffentlich zu sehen sein.

Der Verein Öchsle-Schmalspurbahn und die Bürgeraktion Bottwartalbahn bedanken sich sehr beim Gemeinderat, Bürgermeister Thomas Rosner und der Verwaltung für die sachkundige und engagierte Erörterung und Diskussion, bei den Bürgerinnen und Bürgern von Steinheim für die Anregungen und die Anteilnahme. Sollte die Übernahme der Lok durch den Verein in Ochsenhausen endgültig zustande kommen, wird es einen würdigen Abschied aus Steinheim geben - für alle, die an der Bottwartalbahn hängen.


Am 16. Februar 2016 hat der Gemeinderat zu Steinheim beschlossen: Die Lok 99 651 soll als Dauerleihgabe an den Verein Öchsle-Schmalspurbahn gehen - zurück in ihre langjährigste oberschwäbische Heimat.
Lesen Sie hier die Chronik dieser Loktype und speziell dieser Maschine!

Friedliche Kriegslok - sächsische Oberschwäbin
Geschichte der Lokomotivbaureihe 99.64 - 71 und der Denkmalslok 99 651 in Steinheim

Jeder zumindest in Steinheim und Umgebung kennt sie, die Dampflokomotive mit der Nummer 99 651, die in Steinheim am einstigen Bahnhof als Denkmal steht. Etlichen gilt sie als letztes habhaftes Erinnerungsstück und Symbol für die Bottwarbahn. Wie kommt die Lok zu dieser Ehre - und nach Steinheim? Zunächst ein großer Rückgriff in die Geschichte, hundert Jahre zurück, gegen das Ende des Ersten Weltkriegs. Das deutsche Militär beauftragt die Lokomotivbaufirma Henschel in Kassel mit der Konstruktion einer starken Schmalspurlok. Sie sollen schwere Züge auf den Feldbahngleisen an die damaligen Ostfront gegen Russland schleppen, um die Versorgung der deutschen Truppen zu sichern.  Doch bis Henschel Ende 1918 die ersten beiden Exemplare fertig hat, ist der Krieg vorbei. Die sächsiche Staatsbahn sichert sich die nagelneuen Maschinen, schließlich braucht sie für ihre Schmalspurstrecken besonders im Erzgebirge auch dringend stärkere und neuwertige Zugloks. Weil es sich um die sechste Lok-Bauart für die Schmalspurlinien in Sachsen handelt, erhalten die Maschinen die Typenbezeichnung "Sechs K" in römischen Ziffern (VI K). Der Buchstabe K steht nach damaligem Gebrauch für "Kleinspur", sprich Schmalspur.


Die Steinheimer Lok nach der neuerlichen Versetzung im Jahr 2014. Die Stahlträger von der Verkranung sind nach wie unter der Lok vor vorhanden, jedoch mit Splitt abgedeckt.

Die zugkräftigen Fünfkupplermaschinen bewähren sich im steigungsreichen Erzgebirge so gut, dass die Deutsche Reichsbahn 1923/24 eine nächste Serie der gelungenen Type in Auftrag gibt. Nicht nur die sächsischen Strecken erhalten somit Verstärkung. Dem Reichsbahnzentralamt in Berlin, das seit 1920 auch für die Bahnen in Württemberg zuständig ist, kommt die Sache höchst gelegen, um in Württemberg die Loks aus der Eröffnungszeit der staatlichen württembergischen Schmalspur abzulösen - nicht, weil diese schlecht wären, sondern schlicht weil es einheitlicher und rationeller ist, die neuen Typen zudem stärker und noch nicht abgenutzt sind. So erhalten die beiden Schmalspurbahnen im Unterland, ins Bottwartal und Zabergäu, die nagelneuen fünf Maschinen 99 679 bis 683. Vermutlich vier davon laufen im Bottwartal. Die Reichsbahn hat alle schmalspurigen Dampfloks innerhalb der Typenskala 0 bis 99 ganz am Ende eingereiht. Zur Unterscheidung innerhalb der vielen unterschiedlichen Loktypen für Schmalspur - auf anderen Strecken - wird der sächsisch-württembergischen Type der Nummernkreis 640 bis 719 zugeteilt. Da hinein gehören die fünf gezielt für das Bottwartal und Unterland gebauten Exemplare. Der Hersteller der Fünf ist weder Henschel noch die bekannte Maschinenfabrik Esslingen, sondern die Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe. Denn die Reichsbahn ist von der Politik gehalten, ihre (sparsamen) Aufträge mitten in der Zeit der Wirtschaftskrise paritätisch an die etlichen deutschen Lok-Hersteller zu vergeben, für die vorläufig der wichtige Auslandsmarkt weitgehend weggefallen ist. Der Mini-Auftrag kann das Karlsruher Werk nicht retten, es schließt bald die Pforten.


Eine der Original-Bottwartälerinnen von 1923/24- von denen es keine mehr gibt: Lok 99 682 hat mit einem gut besetzten Ausflugszug, der mehr als zehn Wagen fasst, von Marbach her Beilstein erreicht. | Foto: Slg. Heinz Kümmerlen

Rund 40 Jahre lang bestimmen die fünf "württembergischen" VI K das Bild der Züge im Bottwartal, dazu später die eine oder andere aus Sachsen gekommene fast gleichartige Maschine. Anfang der 1960er Jahre möchte die Bundesbahn die Bottwarbahn auflassen. Der Personenverkehr soll bis 1964 wegfallen. Den Güterverkehr soll bis auf weiteres eine (einzige) Diesellok versehen, die 1964 erscheint. Wenn an den Dampflokomotiven größere Investitionen anstehen, also Hauptuntersuchungen oder sonstige Großreparaturen, wird dies nicht mehr ausgeführt. Der Lokbestand in Beilstein schrumpft stark. Doch der noch immer bedeutende Reisezugverkehr (Berufsverkehr) lässt sich nicht ganz so schnell wie geplant auf die Straße verlagern. So herrscht in Beilstein plötzlich Lokmangel. Da trifft es sich gut, dass die Bundesbahn 1964 auf der Öchslebahn Biberach - Ochsenhausen das letzte Berufsverkehrszugpaar aufgegeben hat. Es fährt nur noch der Güterzug, den dort ebenfalls eine Diesellok übernimmt. Die beiden Ochsenhausener Dampfloks 99 650 und 651, beide in gutem Zustand, werden dort überflüssig und kommen 1964/65 ins Bottwartal. Die 650 geht nahtlos in den Betrieb, vor den Personenzügen nach Marbach braucht man sie dringend, denn die Diesellok kann die Personenwagen weder beheizen noch beleuchten, die Bundesbahn hat sie ja nur für Güterzüge vorgesehen. Die Lok 651 bleibt vorläufig abgestellt.


1930 in Biberach auf dem Bahnhofsvorplatz: Lok 99 651 nimmt Wasser. Die Biberacher Innenstadt beginnt direkt neben dem Bahnhof. Für über eine Generation der Anlieger, vor allem der Schüler und Berufstätigen entlang der Öchslebahn, gehörte diese Lok und ihre "Schwester" 650 sozusagen zum Biberacher Stadtbild. | Foto: Ernst Schörner, Slg. Jürgen Ranger

Mit den beiden Loks aus Oberschwaben sind nun erstmals zwei der "Ur-Typen" dieser Maschinen ins Bottwartal gekommen: Beide stammen aus der allerersten Lieferung von Henschel von anno 1918 für das Militär. 1928 hat die Reichsbahn für ihre stark frequentierten Schmalspurstrecken vom Großraum Dresden ins Erzgebirge, wo es schwere Wintersportzüge zu schleppen gibt, wieder eine neue, noch größere und stärkere Loktype bauen lassen (diese und ihre Nachbauten fahren dort heute noch). Dafür wird rund ein halbes Dutzend der Type VI K frei. Württemberg erhält diesmal die "Gebrauchtware" aus Sachsen (wie großzügig von "Berlin"!), darunter zwei der ältesten Vehikel, eben die 99 650 und 651. Doch damals, 1928, gehen beide Maschinen zur genannten Öchslebahn nach Oberschwaben, um dort alte württembergische Maschinen abzulösen. Weit mehr als 30 Jahre lang, wie erwähnt bis 1964, ziehen die beiden Alt-Sächsinnen fast alle Züge auf dem Öchsle, gehören sozusagen zum heimatkundlichen Inventar im Kreis Biberach. Über mehrere Wochenenden im Frühjahr 1964 fahren Abschiedszüge auf der Öchslebahn. Die begeistert geschmückte und gefeierte Lok ist die 651 - an ihr hängen die Herzen der Anlieger. Wie es dort zuging, vor 50 Jahren, schildert folgende Beschreibung: Öchsle vor 50 Jahren.

   
Biberach an der Riß, Ende Mai 1964: So viel Anhänglichkeit der "Eingeborenen" an eine eiserne Maschine! Herzlicher Abschied von der über Jahrzehnte vertrauten Stammlok der Öchslebahn, der 99 651 | Fotos: Sammlung Verein Öchsle-Schmalspurbahn

Nachdem sich im Bottwartal auch 1965 abzeichnet, dass die Personenzüge nochmals mindestens eine Fahrplanperiode gefahren werden müssen, erhält auch die bereits abgestellte Lok 651 im Spätherbst 1965 nochmals neue Fristen - dank ihres guten Zustandes, nicht zuletzt des Kessels - und geht wieder in Betrieb. Nach dem Ende des Reisezugverkehrs im Bottwartal im Herbst 1966 braucht man beide verbliebenen "Dampfer" 650 und 651 nur noch als Reserve. Diesmal werden die Fristen der 650 nicht mehr verlängert. Nun bleibt die 651 als einzige betriebsfähige Dampflok übrig. Planmäßig genügt die Diesellok, nur für die Zuckerrübensaison, wenn ein doppelter Güterzugumlauf gefahren wird, sprich zwei Züge gleichzeitig nötig sind, um dem vielen Frachtgut Herr zu werden, muss auch die 651 nochmals einspringen. Züge mit 220 oder 250 Tonnen gibt es da zu befördern, mit zugedrückten Augen auch noch etwas mehr, das ist ein Dutzend beladener Güterwagen, das Ganze mehrmals am Tag. Das spart pro Zug immerhin die Fahrt von einem Dutzend Lkw mit Anhänger und ist zudem wirtschaftlicher und rationeller.

Zum Jahresende 1968 endet der Betrieb der Bottwarbahn. Gut drei Jahre ist die Lok 99 651 dort in Erscheinung getreten, in Nachfolge ihrer für das Bottwartal weit typischeren, aber bereits verschrotteten Vorgängerinnen. Im August 1969 wird die Lok in Steinheim als Denkmal aufgestellt. Anlass ist die wenig vorher, im Herbst 1968 durchgeführte Umspurung der Bottwarbahn zwischen Marbach und Steinheim auf Regelspur ("Normalspur"). Steinheims damaliger Bürgermeister Alfred Ulrich hat dies durchgesetzt, nicht ohne maßgebliche Kostenbeteiligung der Urmenschstadt. Für Ulrich ist es wichtig, dass Steinheim damals weiterhin Anschluss an das weltweite Schienennetz hat, wenn auch nur noch für die Güterzüge, die freilich für Gewerbe und Industrie wichtig sind. Die Denkmalslok ist seinerzeit eine Leihgabe der Bundesbahn. Im Hinblick auf das Steinheimer Stadtjubiläum 1985 (30 Jahre) kauft die Stadt 1984 die Lok von der Bundesbahn ab und lässt sie äußerlich herrichten. Eine Spendenaktion unter den Bürgern von Steinheim bringt das Geld ein, es werden symbolische Aktien ausgegeben. Man kommt überein, dass ein Schutzdach aufgestellt werden soll, um die Substanz der Lok nun zu sichern, doch das Vorhaben wird wegen ästhetischer Bedenken nicht verwirklicht. Wegen des Baues des Kreisverkehrs am Bahnhof Steinheim ist die Lok im Jahr 2013 innerhalb des Bahnhofsgeländes versetzt worden. Die Stirnseite zeigt nun nach Süden. Spötter witzeln, die Lok recke nun ihre Nase wieder Richtung Oberschwaben, ihrer einstigen Heimat, um nach dorthin Witterung aufzunehmen.

Die Popularität der Lok 651 für die kurze, aber intensive Restzeit im Bottwartal gibt folgende Würdigung wieder: Sie fuhr nur einen Sommer

Aktuelle Lage

Durch Verfügung des Regierungspräsidiums Tübingen wurden 1996 die Relikte der Sachgesamtheit staatliche württembergische Schmalspur unter Denkmalschutz gestellt. Dies betrifft einerseits die Anlagen der als Museumsbahn erhaltenen Schmalspurbahn Warthausen - Ochsenhausen (Öchslebahn) und zum anderen die noch komplett erhaltenen Fahrzeuge dieses Bahnsystems, soweit sie sich in Baden-Württemberg befinden. Darunter fällt daher auch die Lok 99 651. Die Maschine ist im Denkmalbuch eingetragen, sie genießt somit (de jure) besonderen Schutz als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung.

Die Steinheimer Denkmalslok 99 651 weist gravierende Rostschäden auf. Diese haben seit einiger Zeit auch tragende Teile angegriffen. Nicht zuletzt anlässlich der Versetzung von 2013 ist die Lok daher nicht mehr an tragenden Teilen verkrant worden, sondern mitsamt dem Gleisjoch, auf dem sie steht, und zusätzlich angebrachten Trägern und Streben. Diese wurden anschließend wieder entfernt, soweit sie im sichtbaren Bereich lagen. Die Schäden an der Maschine sind inzwischen auch äußerlich bei genauerem Hinsehen nicht mehr zu übersehen. Die Substanz des Denkmalobjekts ist ernsthaft bedroht. Unabhängig davon ist es nicht zweckmäßig, ein Denkmalsobjekt verfallen zu lassen, weil der Aufwand zur Sanierung immer größer wird und der Schaden vermeidbar wäre. Rechtlich gesehen verpflichtet Eigentum zu dessen Pflege und Werterhalt, insbesondere wenn die öffentliche Hand der Eigentümer ist (wie im Fall Steinheim) und eine Vorbildfunktion hat.

Eisenbahnfahrzeuge sind nicht zum dauerhaften schutzlosen Aufenthalt im Freien gemacht, insbesondere nicht Dampflokomotiven. Die "natürliche" Konservierung durch Ruß, Staub und Öl fällt bei einer Lok, die nur noch stets am selben Platz steht, ebenso weg wie die ausgleichende Funktion von Fahrtwind und wechselndem Sonnenstand und -winkel. Bei der stehenden Lok greift das tropfende Wasser daher stets die selben Stellen an, dafür um so massiver. Dazu kommt, dass Kohle Schwefel enthält, der in Verbindung mit Wasser besonders aggressiv auf Stahl wirkt. Die Partikel von Kohle und Ruß stecken aber in allen Ritzen der ganzen Lok.

Blick auf die Schäden

Die einzige Möglichkeit zum Erhalt eines solchen Objektes ist nicht nur ein Dach darüber, sondern ein kompletter Witterungsschutz gegen die Wetterseiten. Dies gilt besonders bei einer Schmalspurlok wie in Steinheim, denn durch die kleinen Räder nehmen die Blechaufbauten den größten Teil der Lok ein. Sobald der Regen auch nur leicht schräg fällt, träfe er daher - auch bei einem Schutzdach - den unteren Bereich der Maschine dennoch. Außer dem physikalischen Schutz durch ein Bauwerk gibt es keine anderen Möglichkeiten. Es gibt keine Konservierung durch besondere Materialien, "gute Farbe" oder ähnlichem, das hier helfen würde. Eine Denkmalsdampflok rostet von innen heraus, an all den engen Stellen, an die man von außen nicht herankommt. Eine Spritzpistole hilft nichts. 1984 ging es noch um den schönen Schein, etwa mit aufgeklebten und zugespachtelten Glasfasermatten. Eine fachmännische Restaurierung müsste allerdings anders aussehen. Inzwischen fallen diese Matten von alleine weg, weil sich auch der Untergrund auflöst. Eine Einhausung müsste folgende Anforderungen erfüllen: Witterungsschutz für die Lok an drei Seiten bis zum Boden (auch wegen des winterlichen Salznebels der parallelen Straße, neben der die Lok nun direkt steht), gefälliges Aussehen, Vandalismusresistenz, geringer Pflegeaufwand. Eine Wand oder Verglasung gegen die Wetterseite würde auch bedeuten, dass die Lok von der Straße her nicht mehr so gut sichtbar ist. Eine Verglasung müsste regelmäßig gereinigt werden.

In Steinheim gibt es zahlreiche Stimmen, welche die Lok als Erinnerung schätzen und am Ort behalten möchten. Das ist schön und verständlich, haben nicht zuletzt die Bürger der Stadt seinerzeit geholfen, die Lok zu übernehmen. Die Schäden an der Maschine sind heute so maßgeblich, dass sie nicht in überschaubarer Zeit, sondern über Jahrzehnte entstanden sind - unter den Augen von Stadtverwaltung und Bürgern. Der weitere Fortgang des Verfalls wird exponentiell zunehmen. Eine neuerliche äußerliche Auffrischung der Lok brächte keinen Erhalt der Substanz, denn es ist nicht zweckmäßig, die Fassade eines Hauses neu zu streichen, während der Dachstuhl und die Innenwände bis zum Fundament zerfallen, weil das Wasser hineinläuft. Der Verfall ginge ungehindert weiter. Auch die Außenbleche sind zum Teil bereits durchgerostet. Eine Sanierung müsste durch einen Fachbetrieb geschehen, der sich mit der Restaurierung von Dampfloks auskennt. Dies gebietet nicht zuletzt der Denkmalstatus des Objekts und das damit verbundene Gebot, möglichst viel Originalsubstanz zu erhalten und die historischen Handwerkstechniken (z.B. Niettechnik statt schweißen oder schrauben) wieder anzuwenden. Dies ist aufwändig, da dies nur noch wenige Spezialbetriebe anwenden. Eine solche Sanierung vor Ort wäre möglich (Arbeitszelt), aber wegen der nötigen Zerlegung der Lok (um an die korrodierten Innenteile zu kommen) und den vor Ort nötigen Arbeiten zum Einsetzen von Stahl- und Blechteilen recht aufwändig und teuer. Ein Transport zu einem Fachbetrieb mit dortiger Zerlegung ist auch aufwändig.

Eine Sanierung ohne sofortige anschließende Einhausung ist nicht sinnvoll, eine Einhausung ohne Sanierung aber auch nicht. Sanierung und Einhausung sind nur noch in direkter Kombination möglich. Die Vorgehensweise, das eine zu tun und das andere zu verschieben, hat zum jetzigen Zustand der Maschine geführt. Die Betreuung einer Restaurierung durch Beratungseinrichtungen, die etwa historische Gebäude sanieren, ist nicht zweckmäßig. Die Anforderungen bei einer historischen Dampflok sind materialtechnisch und technikkundlich andere. Die Befassung mit einem Denkmalobjekt der Eisenbahntechnik erfordert eine Abstimmung mit Einrichtungen, die speziell hierzu sachkundig sind. So wäre der (vorliegende) gutachterliche Hinweis auf Verschmutzungen der Lok und Flechten auf der Außenhaut, die entfernt werden müssten, bei einem historischen Gebäude oder einem Eisengeländer sicherlich richtig. Bei einer Dampflok ist er allenfalls gut gemeint, aber nicht zielführend. Das Problem zum Erhalt der Lok sind nicht Verschmutzungen, sondern die mechanische Abtragung de

 
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