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Die einstige legendäre schmalspurige Lokalbahn -
Künftige moderne attraktive Regionalstadtbahn?


Vormerkung für 1. - 3. Oktober 2021
Schmalspur-Expo in Amstetten (Alb-Donau-Kreis)
Bürgeraktion Bottwartalbahn mit Anlagenteil und Infostand vertreten

Handzettel/Plakat


19. September 2021
Zabergäu: Rollschemel als Denkmal präsentiert
Lokaler Anziehungspunkt beim Endbahnhof Leonbronn bei Zaberfeld


Fortschritt hat Tradition: Jürgen Wiethe präsentiert das neue Erinnerungsobjekt. Foto: Knupfer

Seit 19. September 2021 gibt es ein offizielles Werbeobjekt für die Zabergäubahn: Beim Endbahnhof Leonbronn wurde ein Schmalspur-Rollschemel als Denkmal aufgestellt. Fast hundert Zuschauer begleiteten die Präsentation. Mit dem Aufmerksamkeitsobjekt hat der Verein Zabergäu pro Stadtbahn einen örtlichen Anlaufpunkt geschaffen, der jeden Besucher daran erinnert, dass es die Zabergäustrecke gibt, auch wenn auf ihr derzeit keine Züge fahren.

Jürgen Wiethe vom Arbeitskreis Rollschemel des Vereins würdigte die Gemeinschaftsaktion zwischen dem Verein, dem Lauffener Anlagenbauer Schunk, den Schülern der Kaywaldschule Lauffen und der Gemeinde Zaberfeld. In weniger als einem Jahr gelang es, das Projekt aus dem Stand heraus spontan zu verwirklichen. Gertrud Schreck, die Vereinsvorsitzende, zeigte sich beeindruckt, dass „aus einem schrottreif aussehenden Gerät“ in handwerklicher Kunst wieder ein Schmuckstück geworden sei. Wolfram Berner von der Bürgeraktion Bottwartalbahn erklärte Technik, Bedeutung und Chronik des Rollschemelverkehrs auf der Zabergäulinie. Hans-Joachim Knupfer verwies auf die überwiegend sehr vorteilhafte Trassierung der Strecke, an der die Ortschaften in kurzen Abständen „wie Perlen auf der Kette“ lägen und wo für moderne Stadtbahnzüge problemlos meist ein hohes Tempo bis 80 km/h möglich sei. Der Politik riet er, unbedingt am bewährten Modell Stadtbahn festzuhalten und sich nicht durch Stichwörter wie autonome Busse oder Seilbahnen beirren zu lassen: „Stadtbahnen sind das weltweit bewährteste Verkehrsmodell mit dem größten Aufschwung.“

Die rund 20 km lange Bahnstrecke von Lauffen am Neckar nach Leonbronn wurde 1896 als 750-mm-Schmalspurbahn eröffnet. 1964 erfolgte die Umstellung auf Vollspur, 1986 endete der planmäßige Personenzugverkehr. 1996 stellte die Deutsche Bahn die Bedienung im Güterverkehr endgültig ein. Das Gleis ist fast durchgehend erhalten und das Betriebsrecht vorhanden, so dass der Betrieb nach einer Sanierung sofort wieder aufgenommen werden könnte. Die Regionalpolitik sieht vor, die Strecke ins Stadtbahnnetz Heilbronn aufzunehmen. Die für Zuschüsse nötige positive Wirtschaftlichkeitskennzahl wurde in den 1990er Jahren schon erreicht, damals scheiterte das Projekt am Unwillen einiger Gemeinden. Inzwischen wären die Kommunen alle dafür, doch die Wirtschaftlichkeitsvorgaben wurden erschwert. Aktuell zeigt sich die Politik zuversichtlich, dass die kommende Neubewertung des Einstufungsverfahrens wieder zu einem günstigen Ergebnis reicht. Verkehrsminister Winfried Hermann hat das starke Interesse des Landes an dieser Strecke wiederholt öffentlich bekräftigt, zuletzt vor Ort in Brackenheim, Anfang September 2021.

Der jetzt in Leonbronn stehende Rollschemel Nr. 505 entstammt einer Serie von 1961 für die vier 750-mm-Strecken der Bundesbahn in Württemberg. Erbauer war Orenstein & Koppel in Dortmund. Das Fahrzeug diente bis 1983 beim Öchsle und gelangte dann mit anderen DB-Rollschemeln ins Jagsttal, wurde dort aber nicht mehr in Betrieb genommen. 2015 war es dem Verein Öchsle Schmalspurbahn gelungen, die DB-Rollschemel aus dem Jagsttal zurückzuholen. Die Bürgeraktion Bottwartalbahn übernahm vorsorglich das Fahrzeug 505, da erwogen worden war, entsprechend zum Rollschemeldenkmal in Beilstein, das seit 1994 existiert, auch am ehemaligen Bahnhof Heilbronn Süd ein ähnliches Erinnerungsobjekt einzurichten. Inzwischen wurde dafür eine andere Lösung gefunden. Daher war Rollschemel 505 übrig. Der Vorstoß der Bürgeraktion Bottwartalbahn, den Freunden im Zabergäu die dortige Aufstellung des Vehikels  vorzuschlagen, fiel rasch auf fruchtbaren Boden. Schüler der Kaywaldschule, einer Betreuungseinrichtung in Lauffen, konnten unter Anleitung des Ausbildungsmeisters der Firma Schunk das Fahrzeug instandsetzen. Als Metallbaubetrieb von weltweitem Ruf war Schunk der ideale Partner, um die teils festgerosteten, stark korrodierten Teile wieder gangbar zu machen.

Der Rollschemel ist eine Dauerleihgabe der Bürgeraktion Bottwartalbahn an den Verein Zabergäu pro Stadtbahn. Damit besitzt Leonbronn jetzt eine kleine, aber touristisch überregional bedeutsame Sehenswürdigkeit, die an der Radroute Heilbronn/Heuchelberg/Karlsruhe liegt. Die am Wochenende meist überfüllten Parkplätze am Stausee Ehmetsklinge, unterhalb von Leonbronn, lassen erahnen, wie groß das zusätzliche Potenzial einer Zabergäu-Stadtbahn in der „schwäbischen Toskana“, dem Zabergäu, sein könnte. Das Schmalspurgleis stammt von der Öchsle-Museumsbahn, der Vollspur-Radsatz von der Hohenzollerischen Landesbahn (SWEG).

Standort des Erinnerungsobjektes: Leonbronn, Gemeinde 74374 Zaberfeld, Friedhofstraße auf Höhe Gebäude 40, westlich oberhalb des einstigen Endbahnhofs.


5. September 2021
Historie: Zementbahn Lauffen am Neckar
Broschüre über die erhaltene Lokomotive und die Werksbahn erschienen

Neuerscheinung: Broschüre von Michael Jahnle und Wolfram Berner
50 Jahre E-Lok Nr. 2 der ehemaligen Werksbahn des Zementwerks Lauffen am Neckar
Herausgeber: Freundeskreis Feldbahn Leutenbach-Nellmersbach
56 Seiten im Format 15 x 21 cm, zahlreiche s/w- und Farbfotos, auch Zeichnungen, Karten usw.
Verkaufspreis 8,- Euro
Bestellung gegen Rechnung zuzüglich Versandkosten bei
wolframberner[at]gmx.de
Bitte gewünschte Stückzahl und Postanschrift angeben.
Leseprobe unter http://www.feldbahn-bw.de/50_Jahre_E-Lok_Nr_2_Leseprobe.pdf

 


10. August 2021
Wieder echte Eisenbahnsignaltafeln im Bottwartal
Sauserhof: Schilderpfosten am Bahndamm aufgestellt

 

Links | Wolfram Berner legt letzte Hand am "Signalbaum" an. Rechts | In Sichtweite der Signaltafel steht die Infotafel. Fotos: H.-J. Knupfer, Albrecht Ludwig

Großbottwar/Hof und Lembach | Rainer Lochmann strahlte: endlich echte Eisenbahnatmosphäre am alten Bahndamm. Für die sorgt ein "Schilderbaum" aus echten alten Signaltafeln der Eisenbahn, den die Bürgeraktion Bottwartalbahn jetzt Anfang August aufstellte. Das Relikt steht am Radwanderweg in Sauserhof direkt vor der Kreuzung mit der Straße nach Hof und Lembach. Das ist kein Zufall: Denn genau dort querte das Gleis der Lokalbahn das Sträßlein, und genau davor standen exakt diese Bahnschilder. Sie ermahnten den Lokführer, Warnsignale zu geben und das Tempo zu senken. Die Freude Lochmanns, Elektrounternehmer aus Großbottwar, wird verständlich, wenn man weiß, dass er vor rund 15 Jahren die alte Bahnstation 'Hof und Lembach' gekauft hat. Seither hat er für sich ein schmuckes Gewerbegebäude daraus gemacht. Vermietete Räume bieten weiteren Gewerbeplatz. Und das i-Tüpfelchen ist der Biergarten 'Bahnhöfle', der heute die Radler zur Einkehr lockt, wo einst das Güterverladegleis lag. Auch wenn Lochmann das bescheidene alte Gebäude aus praktischen Gründen sanieren und weitgehend neu bauen musste: Die alte bahnamtliche Höhentafel aus Gusseisen hat bei ihm einen Ehrenplatz. "Ich war in dem Bahnhöfle schon 1985 mal tätig, damals noch als Stift in der Ausbildung", weiß Lochmann. Als die Gemeinde das Anwesen dann 20 Jahre später zum Verkauf ausschrieb, war Lochmann sofort dabei. Gerne würde er noch weitere alte Bahnhofsgebäude der Bottwarbahn kaufen, schmunzelt er, am liebsten noch eines mit Biergarten: "Aber es ist keiner mehr frei." Auch für Hans-Joachim Knupfer von der Bürgeraktion erfüllt sich ein Wunsch. Schon als Kind habe er in einer Zeitschrift ein Bild gesehen, das das Zügle mit den Signaltafeln zeigte. Später lernte er, wo das Foto gemacht wurde: gleich gegenüber dem Bahnsteig 'Hof und Lembach'. Als er an einer stillgelegten anderen Bahnstrecke solche Signaltafeln entdeckte, war für ihn klar: Die kommen ins Bottwartal - an die besagte Stelle. Einfach war die Bergung von den über vier Meter langen und schweren Betonpfosten der Bundesbahn und das Abschrauben der verrosteten Schillder nicht, die Aufstellung, bei der Wolfram Berner half, auch nicht. Aber als Ehrensache der Aktivisten gilt: Es muss amtlich nach Eisenbahn aussehen, also werden die alten Teile verwendet. Knupfer: "Das ist unser Alleinstellungsmerkmal - schließlich sind das keine Straßenverkehrszeichen."

Und was bedeuten nun die Täfelchen: LP steht für Läuten und Pfeifen. "Die Lokomotiven hatten extra zwei verschiedene Signalgeber", so Knupfer: "Die Dampfpfeife hörte man schon von weitem - das Dampfläutewerk war für die Warnung der Fußgänger aus der Nähe." Spötter hätten aber die Buchstaben gerne als "laut pfeifen" gedeutet. Das Doppel-L darunter forderte sogar auf, bis zur nächsten Signaltafel nach dem Überweg durchgehend zu läuten. Und die Ziffern 1,5 stehen für die Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde am Bahnübergang. Normal war Tempo 30, wie Knupfer erläutert: "Aber vor 60 und 80 Jahren gab es für solche Strecken auch schon Fahrzeuge für Tempo 60, die hat nur die Bundesbahn nie gekauft." Wolfram Berner weiß über die Bedeutung der Station 'Hof und Lembach' zu berichten: Sie hätte wegen der Touristen, die zur Burg wandern wollten und sollten, zunächst einfach 'Lichtenberg' heißen sollen, dann 'Hof-Lichtenberg'. Nicht zuletzt habe der Landtagsabgeordnete Stockmayer, der "auf Lichtenberg" wohnte und bei der Regierung der größte Fürsprecher für den Bau der Bahn war, auf dem Name bestanden. Doch dann hätten sich die "Eingeborenen" von Hof und Lembach durchgesetzt. Groß sei die Güterverladung nicht gewesen, doch vor allem Wein sei - per Bahn, wie sonst - in den großen ovalen Holzfässern verschickt worden: "Den hat man auch in Stuttgart gerne getrunken." Sogar eine Zeichnung des Eisenbahn-Kranwägelchens, das die Fässer "lupfen" musste und am Bahnhöfle stationiert war, wurde aufgetrieben. Eine Informationstafel, die nun genau gegenüber dem Biergarten am Bahndamm steht, klärt die Nutzer des Wanderweges jetzt über die Chronik der kleinen Bahnanlage auf. Über der Infotafel prangt weit sichbar eine große Kilometertafel - "natürlich nach amtlichem Muster, aber für die moderne Bahn", wie Hans-Joachim Knupfer listig sagt.

Siehe auch Artikel der Marbacher Zeitung vom 11.08.2021


5. März 2021
Schmalspurlok zurück in langjährige Heimat verkauft
Verein Öchsle Schmalspurbahn erwirbt einstige Denkmallok aus Steinheim

Steinheim/Ochsenhausen. Besitz ist das eine, Eigentum das andere. Die 102 Jahre alte Dampflok, die von 1969 bis 2016 in Steinheim als Denkmalsobjekt stand, hat jetzt nicht ihren heutigen Standort im oberschwäbischen Ochsenhausen gewechselt, aber den Eigentümer. Denn schon 2016 entschloss sich die Stadt Steinheim mit der Mehrheit des Gemeinderats, die Maschine als Leihgabe an die Öchsle-Schmalspurbahn in Ochsenhausen abzugeben. Schließlich stand die Lokomotive dort fast 40 Jahre lang, bis 1964, im planmäßigen Einsatz bei der Reichs- und Bundesbahn, nachdem sie ursprünglich in Sachsen gefahren war. Der schlechte Zustand der fast 50 Jahre lang ungeschützt im Freien stehenden Lok bewog die Stadt Steinheim vor fünf Jahren, sich von dem Objekt zu trennen, nachdem eine Sanierung und Bau einer schützenden Halle in Steinheim nicht absehbar waren. Noch 2016 war die Maschine nach Oberschwaben transportiert worden. Der Verein Öchslebahn möchte die Lok zumindest wieder uneingeschränkt rollfähig machen, damit sie als "kaltes" Museumsstück ihren schützenden Original-Lokschuppen einfacher verlassen kann, wenn sie Besuchern gezeigt werden soll. Da diese und weitere funktionale und Substanz erhaltende Maßnahmen an der Lok nicht billig werden, wollte der Verein damit abwarten, bis er Eigentümer der Lok ist, da er als Leihnehmer bisher eine mögliche (wenn auch sehr theoretische) Rückgabepflicht an dem 40 Tonnen schweren Relikt hatte. Nun hat die Stadt Steinheim dem Verkauf zugestimmt. Damit kann der Verein sich intensiver darum kümmern, die Lok noch besser vorzeigbar zu machen.
-> Zur Pressemitteilung des Öchsle-Vereins


16. Dezember 2020 | Marbacher Zeitung | Stellungnahme zum Nahverkehrsplan
Steinheim bricht Lanze für die Bottwartalbahn
Schiene im bisherigen Entwurf "vergessen"
Beitrag von Christian Kempf, Marbacher Zeitung

Steinheim - Schon nach dem Geschmack der Stadt Marbach wurde beim Entwurf zum neuen Nahverkehrsplan im Landkreis Ludwigsburg ein Punkt vergessen: die Bottwartalbahn. Deshalb appelliert die Kommune daran, die mögliche Reaktivierung der Strecke in dem 500-Seiten-Werk als ÖPNV-Angebot der Zukunft nicht zu vergessen. Diesem Beispiel ist am Dienstag der Steinheimer Gemeinderat gefolgt. Das Gremium schloss sich komplett dem Antrag der Grünen an, das Großprojekt im Kapitel mit den Zukunftsvisionen zu berücksichtigen. Zudem will die Verwaltung ebenfalls auf Wunsch der Grünen prüfen, ob es noch Defizite beim Übergang von der S-Bahn zum Bus gibt, um dann gegebenenfalls die Schwachstellen im Fahrplansystem anzumahnen.„Ein Nahverkehrsplan ist dann gut, wenn die einzelnen Verkehre aufeinander abgestimmt sind, also Schiene und Busverkehr“, hatte zuvor Fraktionssprecher Rainer Breimaier erklärt.| Weiterlesen in der Marbacher Zeitung.


15. Dezember 2020
Seniorenheim auf ehemaligem Bahngelände
Bebauung soll Gestalt annehmen

Auf dem Rest des ehemaligen Bahngeländes in Beilstein soll ein Altersheim entstehen. Stadtverwaltung und Gemeinderat sind sich hier einig.Siehe Meldung Marbacher Zeitung vom 21.10.2020.
Damit besteht für eine ortsnahe Haltestelle und eine tangentiale Ortsdurchfahrt einer Stadtbahn nahezu keine Möglichkeit mehr. Diese Ortsdurchfahrt wäre sinnvoll, damit sowohl der Verkehrsknoten ZOB/Schulzentrum Beilstein an die Bahn angebunden werden könnte, wie dort auch ein idealer Verknüpfungspunkt zwischen Bahn und den dann kürzeren Zubringerbuslinien z.B. nach Söhlbach/Winzerhausen und Schmidhausen/Gronau nötig und möglich wäre. Für den Knotenpunkt gibt es auf Markung Beilstein sonst keine sinnvolle Lage. Ohne Ortsdurchfahrt würde Beilstein lediglich einen peripheren Haltepunkt außerhalb des Ortes erhalten. Für die Fahrgäste einer Bahn, die nicht nach Beilstein wollen, ergeben sich damit keine Nachteile. Die Summe der Nachteile entfiele auf Beilstein und seine Teilorte. Durch eine entlegene Haltestelle sinkt aber die Wirtschaftlichkeit des Bahnprojektes und die Akzeptanz bei den Nutzern, insbesondere in Beilstein.

Die Bürgeraktion Bottwartalbahn hat Sinn und Zweck einer ortsnahen Haltestelle einer Stadtbahn für Beilstein und die Notwendigkeit eines Schiene-Bus-Knotens seit 2017 in ihren öffentlichen Vorträgen dargelegt. Auch der Stadtverwaltung Beilstein wurde dies vorgestellt.

Oben | Gelb: Bahnvariante im Flächennutzungsplan. Rot: Variante der Bürgeraktion.

Oben | Beispiel für die mögliche Ortsdurchfahrt mit zentraler Haltestelle am alten Feuerwehrhaus und weiterer Trassierung (kurzzeitig als "Straßenbahn") Richtung Schule und ZOB. Diese Möglichkeit fällt weg, wenn das Gelände am alten Feuerwehrhaus nun so bebaut werden soll, dass auch der städtische Grünstreifen am westlichen Ende des Geländes mitverkauft wird, der bisher noch als Bahntrasse hätte dienen können.

Oben | Inzwischen hat sich herausgestellt, dass bereits 1998 im Auftrag des Landkreises Ludwigsburg das Ingenieurbüro Bender & Stahl genau diese Variante ebenfalls vorgeschlagen hatte. Damals sollte der Endpunkt allerdings südlich vor der Schule liegen, da noch keine Weiterführung nach Heilbronn vorgesehen war. Dieser Einblick zeigt, dass die Anregung der Bürgeraktion auch ingenieurtechnisch nicht auf Probleme stieße. Der damalige Bürgermeister Henzler hatte (kraft Schreibens in den Planungsakten) "keine Einwände" gegen diese Trassierung.

Noch ist nicht klar, wohin der Abstellplatz der Bahnbusse verlegt werden soll, die bisher auf dem alten Bahngelände parken. Erst wenn die Gemeinde dem Busunternehmen eine neue Fläche zur Verfügung stellt, kann auf dem alten Gelände Baurecht hergestellt werden. Eine neue Fläche für die Busse zu finden ist nicht einfach, vor allem wenn keine hohen Kosten für die Gemeinde anfallen sollen. Würde eine Bahn eingeführt, entfiele grundsätzlich die Notwendigkeit für diesen Abstellplatz, weil dann der Hauptverkehr in der Längsachse des Tales auf die leistungsfähigere Bahn überginge. Wenn eine Tangentialortsdurchfahrt für die Bahn nicht mehr möglich ist, muss allerdings der ZOB Beilstein weiterhin wie bisher mit zahlreichen großen Bussen aus Heilbronn angefahren werden, so dass die Bahn nur ihren halben Nutzen entfalten könnte. Damit ist auch weiterhin ein dauerhafter Busabstellplatz nötig. Auch die "Elterntaxis" bleiben so erhalten.

Alternativ könnte die Bahn aus Richtung Heilbronn den ZOB anfahren, was verkehrlich mit Abstand die beste Lösung wäre. Allerdings wäre dann eine Weiterführung der Bahn nach Süden bis Marbach nicht mehr möglich.


13. Dezember 2020
Schnellbusse jetzt auch nach Heilbronn
Neue Linie, 110 Verbindungen mehr



Was Beilstein seit vielen Jahren nach Marbach hat, nämlich Schnellbusse, gibt es jetzt auch nach Heilbronn. Dazu gibt es seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 die neue direkte Linie 640 sowie massiv zusätzliche Busverbindungen.
Siehe dazu den Artikel in stimmt.de, der Nebenausgabe der Heilbronner Stimme, 8.9.2020
Mit einer kürzesten Reisezeit des Schnellbusses von 29 Minuten wird eine Bahn kaum mehr konkurrieren können, auch wenn sie in vielen anderen Dingen überlegen wäre.


25. November 2020 | Großbottwar: Eindeutiges Votum zur Schiene
Gemeinderat steht geschlossen hinter Bottwartalbahn
Resolution unterstreicht Bedeutung attraktiver Verkehrsverbindung unabhängig von der Straße

Stellungnahme der Großbottwarer Gemeinderatsfraktion zur Reaktivierung der Bottwartalbahn
Die von Verkehrsminister Winfried Hermann vorgestellte Landesoffensive zur Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken wird von allen Mitgliedern des Großbottwarer Gemeinderats ausführlich begrüßt.
FBWV, CDU, SPD und FDP sehen in der vom Verkehrsministerium veröffentlichten Potenzialanalyse, die einer neuen Bottwartalbahn ein "sehr hohes Nachfragepotenzial" bescheinigt, eine Riesenchance für Großbottwar und alle weiteren Anliegerkommunen. Die in der Analyse erwarteten mehr als 1500 Fahrgäste pro Schultag sprechen für sich.
Eine Bahnverbindung zwischen Marbach und  Heilbronn kann erheblich dazu beitragen, die Anliegerkommunen vom Individualverkehr zu entlasten. Die von Bund und Land in den Raum gestellten Förderrahmen zu Bau und Betrieb der Strecke ermöglichen den Gemeinden des Bottwartales den Erhalt der dringend notwendigen Spielräume zum Erhalt der kommunalen Infrastruktur.
Die Fraktionen warten mit Spannung auf die Ergebnisse der neuen Machbarkeitsstudie und hoffen, dass damit der entscheidende Schritt in Richtung Reaktivierung getan werden kann. Die Gemeinderäte wünschen sich eine zügige Umsetzung und unterstützen die Initiative des Landes.

Großbottwar, den 25.11.2020 | Die Fraktionen des Großbottwarer Gemeinderats.

Quelle: Gemeinde Großbottwar


Marbacher Zeitung, 17. November 2020 (Auszug - komplette Fassung in der Druck-/Internetversion)

Stadtbahn-Experte widerspricht Bürgermeister

Eine Lanze für eine reaktivierte Bottwartal- und Schozachtalbahn bricht der Schienenverkehr-Experte Hans-Joachim Knupfer. Er widerspricht dem Murrer Bürgermeister Torsten Bartzsch, der die Realisierung einer Stadtbahn durchs Bottwartal auch nach der Fahrgast-Potenzialanalyse des Verkehrsministeriums aufgrund der unwahrscheinlichen Wirtschaftlichkeit für problematisch hält.

Halten Sie die Fahrgast-Potenzialanalyse auch für Augenwischerei?  Nein. Die Zahl von 15 000 Fahrgästen täglich zwischen Marbach und Heilbronn ist realistisch. Natürlich hat Herr Bartzsch recht, wenn er sagt, da sind die jetzigen Busnutzer mit drin, aber die Erfahrung zeigt: Bei anderen reaktivierten Strecken liegen sie später um ein Doppeltes höher, wenn die Bahn erst einmal in Betrieb gegangen ist. Wenn ich ein leistungsfähiges Angebot haben will, dann brauche ich die Schiene.

Wenn es allein auf Bottwartaler Seite jetzt schon im Bus rund 7000 Fahrgäste hat, wird das Wachstum letztlich nicht so groß sein, um insgesamt auf 15 000 Passagiere auf der Strecke nach Heilbronn zu kommen. Könnte das nicht in der Kosten-Nutzen-Bewertung das Aus bedeuten? Man setzt solche Zahlen erst einmal niedrig an, weil man sich am bestehenden Bus-Angebot orientiert und sich hinterher nicht sagen lassen will, man habe zu hoch kalkuliert. Aber es gibt durchaus auch Fälle, in denen sich das Aufkommen verdrei- oder vervierfacht. Wichtig ist vor allem der Faktor Zeit: Wer heute von Heilbronn nach Marbach kommen will, fährt mit Zügen, die über Ludwigsburg verkehren, schneller als mit dem Bus über Beilstein nach Marbach. Wenn die Bottwartal-/Schozachtalbahn fährt, ist man damit entscheidend schneller, pünktlicher und muss nicht in Beilstein umsteigen.

Die Stadtbahn war im Sommer noch bei einer Machbarkeitsstudie durchgefallen. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie mit neuen Parametern jetzt die Kosten-Nutzen-Hürde meistert? Ich kann natürlich keine Spezialvorhersage geben, aber generell gilt: Bei verschiedenen Studien kommen unterschiedliche Ergebnisse heraus. Wir lagen im Laufe der Jahre mit 0,9 auch schon knapp unter dem notwendigen Wert von 1,0. Es gibt viel Spielraum, je nachdem, was herauskommen soll. Man kann solche Untersuchungen massiv beeinflussen.

Wie ist das möglich? Man kann zum Beispiel die Betriebskosten niedrig halten, wenn der Fahrplantakt entsprechend gewählt wird. Es gibt eine riesige Streubreite bei solchen Ergebnissen. Der Angebotsplaner des Landes Baden-Württemberg hat im Ilsfelder Gemeinderat gesagt, er erwarte einen Faktor von 2,0. Das Land will auch diese Bahn – die Voraussetzungen sind also so günstig wie noch nie, zumal die Vorgaben des Bundes für standardisierte Bewertungen bisher so waren, dass die Reaktivierung solcher Bahnen als zu teuer erscheinen sollte. Dabei ist man politischen Zielen gefolgt. [...]

Eine Bahn bietet zwar Komfort, aber wie viel ist sie mit Zubringerbussen wert, wenn durch das Umsteigen viel Zeit verloren geht? Das kombinierte System mit kleineren Zulieferbussen und Schiene hat sich bewährt. Es ist für alle ein Gewinn, wenn ich mit einem solchen Bus näher am Wohngebiet abgeholt werde und pünktlich losfahre. Wenn die Nutzer erst mal in der Bahn drin sind, merken sie, dass sie richtig schnell vorwärtskommen. Der Bus, der heute durchs Bottwartal fährt, ist demgegenüber so langsam wie die Bahn vor 60 Jahren. [...]

Die Stadtbahn zu bauen ist eine historische Chance. Das teilen die SPD-Fraktionen der Kreise Ludwigsburg und Heilbronn unisono der Öffentlichkeit mit. Sehen Sie es genauso?  Ja. Ich schlackere mit den Ohren, wenn ich sehe, wie misstrauisch noch immer manche Bürgermeister sind. Die Gegner der Stadtbahn von Marbach nach Heilbronn – insbesondere der Ludwigsburger Kreis-CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Hollenbach – sollten sich zurückhalten und den Geist des Fortschritts walten lassen. Stadtbahnsysteme werden inzwischen weltweit eingeführt. Der „Spurbus“ aus den 1970er-Jahren, heute noch das Lieblingsprojekt von Herrn Hollenbach, ist ein alter Hut.

 

Das Gespräch führte Oliver von Schaewen.
Hans-Joachim Knupfer arbeitet als Pressereferent bei den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB). Der 53-Jährige hat mehrere Bücher über historische und aktuelle Bahnprojekte veröffentlicht, darunter die Bottwartalbahn. o/e


Der TramTrain Bottwartal als Rundfunkthema
"Wie wollen wir leben?"
Am 18. November 2020 zwischen 16 und 17 Uhr im SWR 4 Baden-Württemberg


Oliver Kämpf (Foto links) und Hans-Joachim Knupfer von der Bürgeraktion Bottwartalbahn stellten sich den Fragen von SWR-Reporter Philipp Pfäfflin.

Dem Radiosender SWR 4 gefällt der Ansatz der Bürgeraktion Bottwartalbahn mit dem TramTrain als künftiges nachhaltiges Verkehrsmittel so gut, dass er das Projekt als Musterfall in seine Themenreihe "Wie wollen wir leben?" aufgenommen hat (Link). Der SWR begleitet damit die gleichnamige Themenwoche im ARD-Fernsehen. - Bereits am 5. Oktober 2020 hatte SWR 4 das Thema aufgegriffen, anlässlich des Vororttermins der Bürgeraktion Bottwartalbahn in Marbach (Link). [www.swr.de -> Bottwartalbahn]


Land stuft Nahverkehrsprojekt positiv ein
'Sehr hohes Potenzial' für Bottwartalbahn
3. November 2020 | Vorhaben in höchster Kategorie fast an vorderster Stelle


Wäre idealer Verknüpfungspunkt von Schiene und (Elektro-) Bus: Der heutige Busbahnhof Beilstein auf Höhe des Schulzentrums. Richtung Marbach bräuchte es dazu die - gut machbare - Tangential-Ortsdurchfahrt über die Bahnhofstraße und den Bereich Altes Feuerwehrhaus. Visualisierung: Knupfer

Das Projekt der Bottwartalbahn, dem möglichen Bahnstreckennetz zwischen Heilbronn, Beilstein und Marbach, besitzt eines der größten Fahrgastpotenziale im Land. Laut Mitteilung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg gehört dieses Reaktivierungsprojekt in die Kategorie ‘Sehr hohes Nachfragepotenzial‘. Dies ist die höchste mögliche Einstufung. Die Bottwartalbahn wird dort an zweiter Stelle von zwölf denkbaren Bahnlinien dieser Einstufung gehandelt.

Damit nimmt das Netz von Beilstein unter den 42 insgesamt voruntersuchten Vorhaben beinahe den höchsten Rang ein, was die grundsätzliche Aussicht auf hohe Nachfrage angeht. Die Bürgeraktion Bottwartalbahn sieht sich nicht überrascht, sondern in ihrer Einschätzung bestätigt: „Wir haben schon vor zwei Jahren durch eigene Zählungen und Berechnungen ermittelt, dass heute schon alleine auf einem Streckenast mindestens 5000 Fahrgäste unterwegs sind“, sagt Hans-Joachim Knupfer (Leonberg) von der Bürgerinitiative. Auf beiden Streckenästen nördlich und südlich von Beilstein kämen somit bereits heute rund 10 000 Fahrgäste zusammen. Damit liege die Bahnverbindung zwischen Schozachbecken und Bottwartal sehr weit über der vom Land genannten Quote von mindestens 1500 Fahrgästen am Tag, die bereits als „sehr hohes Potenzial“ gilt. Knupfer: „Wenn dort in Zukunft eine Bahn statt Omnibussen fährt, wird die Fahrgastzahl nochmals massiv ansteigen – denn damit gewinnt man echte Umsteiger vom Auto.“  

Oliver Kämpf (Beilstein) von der Bürgeraktion verweist darauf, auch die große Streckenlänge von rund 30 Kilometern werde dazu beitragen, dass die Zahl der Pendlerkilometer, die künftig dank Schiene klimafreundlich unterwegs sein könnten, stark positiv zu Buche schlage: „Das stärkt die wirtschaftliche Ökobilanz unseres Projekts.“ Kämpf betont, dass das Thema Schozach-Bottwar-Netz besonders gute Chancen habe, weil durch die Kommunen bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden sei. Die müsse nun auf die aktuellen Richtlinien des Landes angepasst werden, was den Nutzen-Kosten-Faktor angehe. Außerdem biete das Ministerium einen besonderen Anreiz: Wer bald einen Förderantrag stelle, für den übernehme das Land sogar die Betriebskosten. Oliver Kämpf: „Da gilt das Windhundprinzip – jetzt müssen die Landkreise Heilbron und Ludwigsburg schnell sein.“ Der Antrag gehe zunächst sogar, ohne dass eine Studie abgewartet werden müsse. Wer zuerst komme, zeige damit auch dem Land, dass ihm das Thema wichtig sei. Besser als jetzt könnten die Chancen nie mehr kommen. Das Schozach-Bottwar-Bahnnetz biete endlich auch eine Perspektive für eine dringend nötige „Süd-Straßenbahn“ in Heilbronn.

Zusatzinfo

Die Baukosten für das Gesamtnetz seien zwar sicherlich hoch, aber die Förderung bis zu 90 Prozent, sogar für die Planungskosten, mildere die Einzelbeträge für die einzelnen Kommunen massiv. „Ein Kanalsanierung macht und stemmt eine Gemeinde auch mal, das ist im Verhältnis nichts anderes“, erklärt Nahverkehrskenner Knupfer.

Der große Vorteil der Stadtbahn läge darin, dass sie viel günstiger zu bauen sei als eine vergleichbare Eisenbahnstrecke, aber praktisch gleich leistungsfähig wäre. Die Stadtbahn benötige nicht mehr Breite als eine Busspur, und das Gleis könne sogar begrünt werden. Bei der Bottwartalbahn komme als enormer Vorteil dazu, dass das Stadtbahnnetz in  Heilbronn bereits vorhanden sei. So ergebe sich neben vielen Synergien und Kosteneinsparungen eine für die Pendler sehr praktische Durchbindung bis in die City und weiter ins Industriegebiet Richtung Neckarsulm – „so etwas kann nur die Stadtbahn bieten“, so Oliver Kämpf. Auch für den Tourismusverkehr werde die Bahn in der malerischen Weinbaugegend eine echte Alternative und Attraktion bilden.

Der Bus als Plus

Durch die neue Arbeitsteilung zwischen Schiene und Bus könne das Busnetz auf kürzere Zubringerlinien mit kleineren Einheiten umgestellt werden. Kleinere Busse könnten die Wohngebiete besser erschließen und bereits heute elektrisch fahren. Damit werde auch der Busverkehr, der in der heutigen Form überlastet und zu unflexibel sei, für viele Neukunden attraktiv. Dieses Prinzip habe sich bei allen neuen Schienenstrecken bewährt, gerade auf dem flachen Land, und komme bei den Fahrgästen gut an. Hans-Joachim Knupfer: „So machen wir auch den Bus zum echten Sympathieträger und Gewinner.“ Außerdem werde die Bottwartalbahn beide Regionen zwischen Heilbronn und Marbach umsteigefrei verbinden, ein großer Fortschritt gegenüber dem heutigen Nahverkehr.

https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/landes-offensive-zur-reaktivierung-stillgelegter-bahnstrecken/

Presseinfo der Bürgeraktion Bottwartalbahn als Pdf


Zustimmung aus allen Richtungen
2. Oktober 2020 | Bürgeraktion veranstaltet Ortstermin in Marbach

Tayfun Tok, Ute Rößner, Guido Seitz und Hans-Joachim Knupfer (vordere Reihe), in der zweiten Reihe ganz links Nico Weinmann, zweiter von rechts Joachim Weller.

"Wir brauchen die neue Bottwartalbahn - jetzt ist die Zeit dafür!" - das war der einhellige Tenor der politischen Vertreter aus fünf Fraktionen, von Gemeinderäten, Mitgliedern der Regionalversammlung und des Landtags aus einem halben Dutzend Anliegergemeinden und Wahlkreisen, nachdem die Bürgeraktion Bottwartalbahn am 2. Oktober zum Ortstermin nach Marbach eingeladen hatte. Den eigentlichen Anlass gab die Absicht der Deutschen Bahn, bei der geplanten Brückensanierung der Kleinen Murrbahn an der Marbacher Alexanderkirche auch die daneben eingebaut Minibrücke der Bottwarbahn entfernen zu wollen. Damit würde das wertvollste existierende Stück der Bahn, nämlich im Ortsbereich Marbach, unterbrochen. Ein Wiedereinbau könnte langwierige Rechtsverfahren mit teuren Änderungen mit sich bringen. Bürgermeister Jan Trost verwies darauf, dass der Ausbau vorläufig verschoben sei und er den Landkreis Ludwigsburg gebeten habe, sich dem Brückenerhalt anzunehmen. Hans-Joachim Knupfer von der Bürgeraktion verwies auf die hohen Fahrgastprognosen für die Bottwarbahn in der Größenordnung von 10 000 Nutzern pro Tag: "Das erreicht doch kaum eine andere Strecke, die zur Reaktivierung ansteht." . Oliver Kämpf (Beilstein) von der Bürgeraktion betonte, die Bottwarbahn bilde ein komplettes, über zwei Regionen übergreifendes Bahnsystem, mitsamt Durchbindung nach Neckarsulm: "Das ergibt hohe Synergien, denn wir bekommen keine Stichstrecke."

Stadtrat Jochen Biesinger (Marbach) zeigte am Beispiel der S-Bahn nach Backnang auf, dass diese Verkehrsachse eigentlich nicht nach Backnang hätte durchgebunden werden müssten, sondern nach Beilstein. Selbst bei der vielgerühmten Schönbuchbahn lasse das Fahrgastaufkommen nach den ersten Kilometern rasch nach. Im Bottwartal werde das anders, wenn man auch Richtung Heilbronn denke: "Wir haben im Busverkehr heute schon 5000 Fahrgäste, das werden bei der Schiene noch viel mehr." Nico Weinmann, Landtagsabgeordneter für den Kreis Heilbronn, beschwor den günstigen politischen Rahmen, was die Fördermöglichkeiten durch Bund und Land angehe: "So gut wie jetzt bekommt es das Projekt nicht mehr - jetzt ist die beste Chance!" Joachim Weller, Altbürgermeister von Untergruppenbach, lobte das Projekt: "Die Verwirklichung wäre für die Menschen in unseren beiden Tälern ein gewaltiger Segen." Regina Traub (Steinheim) wies darauf hin, dass die Einstufung im Regionalverkehrsplan unter "vordringlicher Bedarf" dem Einsatz der Regionalversammlung zu verdanken sei. Tayfun Tok zeigte sich an den guten Möglichkeiten der Anbindung von Murr interessiert. Hans-Joachim Knupfer als Sprecher der Bürgeraktion fasste zusammen, dass das Projekt zwar sehr gut in das geplante Reaktivierungsprogramm des Landes passen könnte. Es gelte aber nach wie vor die Mahnung von Verkehrsminister Winfried Hermann, dass die Initiative "von unten" kommen müsse, also breit und einhellig von der kommunalen Seite, und da sei nach wie vor mehr Engagement möglich, selbst während man auf offizielle Studien warte: "Für die Stadtbahn nach Künzelsau sind Regionalpolitiker mit ihrem eigenen Bahngutachten zum Minister gefahren, aus dem Bottwartal noch nicht."

Radio SWR 4 strahlte am 5.10.2020 eine nachträgliche Ankündigung aus (Link). [www.swr.de -> Bottwartalbahn]
 


TramTrain-System ist groß im Kommen
2020 | Andere Regionen investieren mit der Regionalstadtbahn in ihre Zukunft 

Der Zug in eine sinnvolle Richtung der Verkehrsplanung fährt ab - zumindest in mehr als einem halben Dutzend Regionen in Deutschland. Eine ganze Reihe von Kommunen hat sich bereits in den letzten Jahren für das attraktive und wirtschaftliche Verkehrsmittel TramTrain, sprich Regionalstadtbahn, entschieden. Nun folgt ein ganzer Reigen zukunfsträchtiger Ausbauprogramme für dieses bereits so erfolgreiche und beliebte Verkehrsmittel, das allen anderen "Bahn"systemen ebenso überlegen ist wie den Omnibussystemen - vor allem weil die Stadtbahn flexibler und effizienter ist. Genau wie dies im Kreis Heilbronn sein könnte, wachsen nun in anderen Raumschaften Eisenbahn- und Straßenbahnstrecken zusammen, aufgegebene Bahnstrecken gehen wieder in Betrieb und neue Strecken kommen hinzu. Das alles ist viel anpassungsfähiger, preisgünstiger und schneller zu haben als eine "S-Bahn" (die Stadtbahn Heilbronn trägt zwar marketingmäßig und etwas irreführend die Plaketten einer "S-Bahn", weil Karlsruhe und sein Umland keine wirkliche S-Bahn hat und auch nicht braucht, aber de facto ist es eine Zweisystem-Stadtbahn, also der TramTrain).

Die Städte und Kommunen, die nun aktuell an die Einführung von Stadtbahnsystemen gehen, diese erweitern oder auf den Zweisystembetrieb übergehen, sind z.B.

Regensburg | Erlangen | Stadtbahn Neckar-Alb Reutlingen/Tübingen/Zollernalbkreis | Straßenbahn Bremen

Wichtig ist dabei die gemeinsame Ausgangslage, dass der Busverkehr längst überfordert ist und die zukünftigen und zusätzlichen Verkehrsleistungen nicht mehr als das Hauptverkehrsmittel erbringen kann (die Ursache liegt in der Zerstörung der einst bestehenden leistungsfähigen Bahnverbindungen vor 35 oder 50 Jahren - im Schauspiel würde man vom "retardierenden Moment" sprechen). Der Busverkehr ist daher auch nicht attraktiv genug, dass er noch weiteres Potenzial erschließen könnte. Dies ist im Bottwartal und im südlichen Stadtverkehr Heilbronn ebenfalls so. Autofahrer steigen auf Bahnen um, nicht auf Busse. Wenn einige davon doch den Bus nehmen, ist der Busverkehr sofort noch mehr überlastet - denn die Bahn hat wesentlich mehr Kapazität.
Wichtig ist weiter die Erkenntnis, dass Stadtbahnen und Regionalstadtbahnsysteme keineswegs an große Städte gebunden sind - gerade in der Anbindung von Unterzentren und den ländlichen Gemeinden "am Wege" liegt ihre Stärke.

Hiweis: Bei allen Vergleichen mit bestehenden und aktuellen Projekten sollte der Aspekt beachtet werden, dass für den Verkehr Heilbronn - Bottwartal - Marbach grundsätzlich eine eingleisige Strecke genügt - wie bei anderen regionalen Netzen auch (Kraichgau, Murgtal, neue StadtRegioTram Gmunden/Oberösterreich usw.). Bei den Musterabbildungen für zweigleisige Strecken darf man sich also ein Gleis wegdenken. Mit einem Gleis passt die Stadtbahn überall durch, wo auch ein Bus durchpassen würde. Ein Platzproblem gibt es somit nicht. Lediglich bei den kurzen Abschnitten auf der Straße sind zwei Gleise besser - aber diese Fläche ist sowieso vorhanden. Der TramTrain benötigt also dort, wo es einmal doch besonders eng werden sollte, keinen zusätzlichen Platz.

Jetzt werden die Fahrzeuge gekauft

Die mit Abstand bisher größte Fahrzeugflotte für TramTrains wurde aktuell ausgeschrieben - dies zeigt den immensen (Nachhol-) Bedarf in Mitteleuropa an zeitgemäßen Verkehrsachsen unabhängig vom Auto, vom Straßenverkehr, von Gummiabrieb und vom Versuch, Massenverkehre weiterhin mit kleinräumigen Einheiten wie Bussen bewältigen zu wollen, egal wie sie angetrieben werden: Ausschreibung für Deutschland | Darstellung für Österreich. - Es ist logisch, dass Kommunen, die sich rechtzeitig an Bestellungschargen anschließen, dabei große Preisvorteile erreichen.

Dass das Entstehen von TramTrain-Systemen auch weitere Nachbarkommunen darauf bringt, die Vorteile dieses Verkehrssystems gerade für den regionalen und ländlichen Raum zu erkennen, zeigen die Anregungen unserer Partnerorganisation Bürgeraktion Unsere Schwarzwaldbahn, siehe Rubrik Stadtbahnnetz für Kreis Böblingen.Inzwischen haben der Altbürgermeister von Nagold, Dr. Rainer Prewo, und die Landräte von Böblingen (Roland Bernhard) und Calw (Helmut Riegger) den Vorschlag der Bürgeraktion aufgegriffen, weil sie die Vorteile der guten örtlichen Erschließung durch eine Regionalstadtbahn (besser als der Bus) erkannt haben, ebenso die günstige Eigenschaft, dass sich eine Regionalstadtbahn in den bestehenden Siedlungs- und Landschaftsstrukturen gut und zentral, schonend und relativ unauffällig unterbringen lässt. Rainer Prewo bringt gar die Möglichkeit einer Verlängerung nach Altensteig ins Spiel (Leserbrief). Das ist beachtlich, weil die Fahrgastzahlen beim Bottwartalnetz wesentlich höher liegen würden als auf den meisten anderen geplanten Verbindungen. Auch der Staat kann seine Zuschüsse aber nur einmal ausgeben.

Es kommt nun darauf an, dass die Kommunen im Bottwartal und Schozachbecken gemeinsam den Nutzen des TramTrains erfassen und auch gemeinsam - ohne Abweichler - in den regionalen Gremien und beim Land einen entsprechenden Willen bekunden. Bereits heute bildet die Frage, ob regionale Kommunen einerseits schnelles Internet und andererseits eine attraktive Bahnanbindung haben, die beiden zentralen Punkte für die künftige Gemeindeentwicklung. Der Zug - wie gesagt - fährt ab: vielleicht mit, vielleicht auch ohne Bottwartal. Dann haben andere Kommunen den Nutzen - und das Bottwartal das Nachsehen. Mancher kann sich das für "unser" Tal vielleicht noch nicht vorstellen - aber der Wandel Richtung vernünftiger Verkehr, Richtung Schiene, ist im Gange, überall in Europa und auch bereits in vielen Köpfen.


Vorschau: 2. und 3. Oktober 2021 | Modellbahn-Ausstellung Schmalspur-Expo in Amstetten bei Geislingen/Steige.
Näheres vorläufig unter Archiv, da die Veranstaltung von 2020 auf 2021 verschoben wurde.


Treppe im Weinberg am Überweg repariert
Juni 2020 | Marbach | Bürgeraktion legt Hand an

 
Rechts: Steil geht es zum Bahngleis hinunter, das man am oberen Bildrand sieht. - Schon einen Tag nach der Baustelleneinrichtung hatten Vandalen die Absperrungen zerstört und und die Abdeckungen der Schalung umgeworfen.

Die Mitarbeiter der Bürgeraktion Bottwartalbahn schreiben nicht nur Bücher oder werben in der Politik für die Schiene: Zur Abwechslung gehörten im Mai und Juni 2020 Maurerkelle, Spitzhacke, Baueimer und Bohrmaschine zu den eingesetzten Geräten. Am Fußwegübergang in Kilometer 0+916 der Bottwarbahn, Markung Marbach Neckarhälde, waren die Trittstufen schadhaft, die zuführende Treppe stark mit Lehm zugesetzt und vor Bewuchs kaum mehr begehbar. Also wurde die Weinbergtreppe von Efeu, Sträuchern und zahlreichen Kilogramm Erdreich befreit, Trittsteine aufgerichtet, teils festbetoniert und alle weiterhin rutschigen Stellen hernach leicht mit Splitt bedeckt. Die stark abgebröselte Betontreppe direkt oberhalb des Fußweg-Bahnübergangs, Teil der Bahnanlage und ein Relikt der hier damals neuen Streckenführung von 1939, und ihre Flügelmauer wurden per Schalung und Betonauftrag instandgesetzt, soweit das ohne Anschluss für Druckwasser und Netzstrom mit einfachsten Mitteln möglich war. Rund 120 Kilogramm an Material - Sand, Zement, Wasser, Splitt - und die "Baustelleneinrichtung" mussten "auf dem Buckel" angeschleppt werden, denn diese Örtlichkeit hoch im Weinberg ist durch keine Straße zugänglich, nur über einen Fußpfad und die steile Wengertstaffel. Somit ist diese malerische Stelle sicherer als zuvor erreichbar. Der Zuweg bleibt eine klassische Wengerterstaffel, für die gilt: Betreten auf eigene Gefahr. Robustes Schuhwerk, Trittsicherheit und Vorsicht nötig - sehr schmale und enge Stufen, und nicht immer sind alle Steine fest. Aber diese Bauausführung ist in Württemberg seit mehr als 500 Jahren bewährt ...
  
Hier gab es zu tun - jetzt hält es hoffentlich wieder etliche Jahre. Die Begehung erfordert weiterhin Sorgfalt.  


Nach links folgt die Treppensektion unterhalb des Bahngleises, Richtung Neckartal - ein traumhafter Ausblick.


Ilsfeld, Auenstein, Schozach und die Bottwarbahn
Neue Broschüre erschienen

Aus Anlass des Jubiläums 120 Jahre Bottwartalbahn nach Ilsfeld erschien die kleine Broschüre
'Schienen im Schozachtal'.
Format A 5 · 15 redaktionelle Seiten, bebildert · Preis 2,50 zuzüglich Versand · Bestellformular (Pdf)


'Schienen im Schozachtal - 120 Jahre Bottwartalbahn nach Ilsfeld'

Rückblick auf die Veranstaltung | Schmalspur-Modellbahnschau | 26./27. Oktober 2019


Das hat es in Ilsfeld noch nicht gegeben: Rund 700 Besucher, die eigens wegen des Themas Bottwartalbahn und andere württembergische Schmalspurbahnen im Modell erschienen waren, tummelten sich an den beiden Tagen 26. und 27. Oktober in der Gemeindehalle. Die Örtlichkeit war gut gewählt, fuhr doch direkt vor dem Haus bis vor 50 Jahren die Schmalspurbahn vorbei. Auf mehreren Baugrößen und Spurweiten von HOe (9 mm) über Oe (32 mm) und Ie (45 mm) rollte pausenlos der Modell-Zugverkehr, bis hin zur Echtdampf-Gartenbahn. Sogar die große Modellnachbildung der früheren Ilsfelder Bahnhofsanlage, die sonst im Obergeschoss des Rathauses Ilsfeld zu bewundern ist, hatte dank der regen örtlichen und überörtlichen Helfer in die Halle gefunden und konnte dort - im Gegensatz zu sonst - am Stück und in Betrieb präsentiert werden, eine Gelegenheit, die so schnell nicht mehr kommen wird. Nicht geografisch, aber technisch passend hatten sich sogar Module nach dem Vorbild nordfriesischer Inselbahnen eingeschmuggelt - solche Einlagen machen die Originalität der Schmalspurszene aus. Organsiator Wolfram Berner und der Heimatverein Ilsfeld waren mit der Resonanz seitens Ausstellern und Besuchern und der Halle als trefflichem Veranstaltungsort hoch zufrieden. Einzelheiten siehe Aktuelles/Archiv
Foto: Toni Dobbertin ·


'Reaktivierung jetzt! - Zabergäu- und Bottwartalbahn'

Rückblick auf die Veranstaltung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) am 16. Oktober 2019 in Lauffen

Gerhard Schnaitmann, ehemaliger Angebotsplaner der Landesnahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, Matthias Lieb, Landesvorsitzender des VCD, Joachim Esenwein, Sprecher der Bürgerinitiative für die Zabergäubahn, Hans-Martin Sauter, Vorstand des Regionalverbandes Heilbronn/Hall/Hohenlohe des VCD, und Hans-Joachim Knupfer von der Bürgeraktion Bottwartalbahn waren auf Einladung von Sauter gekommen und stellten in Reden ihre Vorhaben und Standpunkte vor. Aus Heilbronner Sicht handelt es sich bei den möglichen neuen Zweiglinien der Stadtbahn Heilbronn rein von der Marketingbezeichnung her um 'S-Bahnen'. De facto geht es um einen Stadtbahnbetrieb auf einer komplett vorhandenen, rechtlich betriebsfähigen Eisenbahnstrecke (Zabergäu) und um den Neubau einer formalen Straßenbahnstrecke (Bottwartalbahn) auf gesondertem oder eigenem Bahnkörper. Drittes kurz vorgestelltes Projekt war die Idee einer regulären Reaktivierung der Krebsbachtalbahn Neckarbischofsheim - Hüffenhardt, die derzeit nur als Touristikbahn in Betrieb steht. Dafür bräuchte es einen kurzen Neubauabschnitt nördlich von Bad Rappenau, damit die Stadtbahn Heilbronn auch direkt ins Krebsbachtal fahren könne. Knupfer legte dar, dass die Bottwartalbahn zwar das umfangreichste Projekt wäre, aber die höchste und wirtschaftlichste Auslastung an Fahrgästen in Aussicht habe. Gerhard Schnaitmann betonte, aus jeweiliger regionaler Sicht hätten alle drei Vorhaben eine überzeugende Perspektive. Um sie nicht gegeneinander auszuspielen und den Aufwand überschaubar zu halten, empfahl Schnaitmann für den Kreis Heilbronn einen gemeinsamen Entwicklungsplan in mehreren Stufen. - Bericht der Heilbronner Stimme (Pdf) - Foto: Wolfram Berner


Souvenirangebot der Bürgeraktion erweitert
Es gibt eine Reihe neuer Souvenirs, von den Sonderbriefmarken und dem stilechten Nachdruck einer Fahrkarte über die kleine Jubiläumsbroschüre bis zum limitierten Kunstdruck von Franz Xaver Lutz. Bitte zögern Sie nicht mit Ihrer Bestellung, die Bestände sind begrenzt.
Auch bei unserer Veranstaltung in Ilsfeld am 26./27. Oktober können Sie die Artikel erwerben, soweit es dann noch welche hat. | Übersicht siehe Handzettel (Pdf)


Juni 2019 | Großbottwar
Sanierte Eisenbahnbrücke wieder eingesetzt

 

Die alte Eisenbahnbrücke der Bottwartalbahn in Großbottwar vor Bahnkilometer 8+9 ist im Juni 2019 wieder eingebaut worden. Knapp ein Vierteljahr hatte sie zur Sanierung "Pause" gemacht und weilte dazu bei der Metallbaufirma Stigler in Großbottwar, die alle Metallteile fachgerecht und denkmalschonend auf Vordermann brachte. Ein modernes, höheres Geländer wurde behutsam angefügt, das ästhetisch besser passt als das um 1970 aufgeschweißte Geländer aus Rundrohr. Die Widerlager wurden vom Steinmetzbetrieb Dietl, Steinheim, sorgfältig instandgesetzt. Die Stadt Großbottwar hatte die Sanierung in Auftrag gegeben. Rund 180 000 Euro hat die Kommune in die Aktion investiert. Bürgermeister Ralf Zimmermann (mit Zuglaufschild) lobte die enge, rasche und sehr willige Zusammenarbeit aller Beteiligten an dem historischen Objekt, ob Behörden oder Unternehmer. Die Firma Stigler hat das Bauwerk nicht etwa sandgestrahlt, sondern schonend per Hochdruckstrahler bearbeitet, so dass alle alten gut erhaltenen Lackschichten erhalten bleiben konnten. Auf das Einölen mit einem konservierenden Spezialöl, das auch hinter alle Knotenbleche kriecht, die per Entrostung nicht erreichbar wären, wurde der neue Zweikomponentenlack aufgetragen. Der alte Stahl mit seinem hohen Gehalt an Kohlenstoff sei ungewöhnlich gut erhalten, so Firmenchef Thomas Stigler (zweiter von rechts) augenzwinkernd: "Die Brücke hält jetzt locker wieder hundert Jahre." Die Bürgeraktion Bottwartalbahn durfte bei der Brücke die neuen Infotafeln anbringen, die Thomas Stigler stiftete, und die historische bahnamtliche Brückennummer auflackieren.  


Das Foto zeigt die Vorbereitungen zum Ausheben der Brücke im Frühjahr 2019 (Bildquelle: Firma Stigler). Siehe Beitrag der Marbacher Zeitung.


31. Mai und 1. + 2. Juni 2019 | Beilstein
125 Jahre Idee Bottwartalbahn


Foto: Avanti/Ralf Poller
Wir danken dem Historischen Verein Bottwartal e.V. und der Stadt Beilstein für die Unterstützung bei der schönen Veranstaltung.
Über Näheres informiert das Rundschreiben Nr. 10 [folgt].


29. April 2019 | Liste über denkbare Bahnreaktivierungen in Baden-Württemberg
Bottwartalbahn in Untersuchungsliste des Landes
Pressemitteilung nennt Übersicht prüfenswerter Bahnverbindungen

Das mögliche Projekt Bottwartalbahn ist in der Liste denkbarer neuer oder erneuter Bahnverbindungen des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg enthalten, die das Ministerium aufgestellt hat, um die Bedeutung der einzelnen Vorhaben zu prüfen. Von den rund 40 aufgelisteten denkbaren Vorhaben könnten letztlich 15 Linien berücksichtigt werden. Die Bottwartalbahn ist unter Hinweis auf eine mögliche Einbeziehung in das Stadtbahnnetz Heilbronn enthalten. Es liegt an den Kommunen, ob das örtliche oder regionale Vorhaben in das Förderprogramm aufgenommen werden könnte. Auch die Zabergäubahn als weitere sinnvolle Ergänzung der Stadtbahn Heilbronn ist in der Liste aufgeführt. Das Land stellt in Aussicht, für die ersten hundert Streckenkilometer, die als förderwürdig erkannt werden könnten, neben Investitionszuschüssen auch die Betriebskosten zu übernehmen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Verbindungen, bei denen es sich um (teils ehemalige) Eisenbahnstrecken handelt, würde ein Neubau der Bottwartalbahn de facto aber nicht als Eisenbahn, sondern de jure als Straßenbahn erfolgen. Die Übernahmeerklärung des Landes für Betriebskosten gilt aber für Schienenpersonenverkehr, das heißt Eisenbahnverkehr, nicht Straßenbahnverkehr nach dem Personenbeförderungsgesetz. Alles in allem bedeutet die vom Land vorgelegte Übersicht die Aussicht auf eine Stärkung des Bahnverkehrs insgesamt im Land. Unabhängig davon wird es neue Finanzierungskonzepte brauchen, um den Bestand an Bahnstrecken und deren Sanierung zu bezahlen, um den heute vorhandenen Standard zu halten.
Pressemitteilung des Landes |  Tabelle der möglichen Kandidaten (Vorauswahl) | Grafik des Streckennetzes


Neue Veröffentlichung über sächsisch-württembergische Loktype
Bottwartal-Dampfloks in Bild und Geschichte
Mitautoren Wolfram Berner und Hans-Joachim Knupfer


Vor 100 Jahren, Ende 1918/Anfang 1919, kam sie erstmals auf die Gleise, die bis dahin stärkste und größte Schmalspurlokomotive Deutschlands, später bekannt als 'sächsische VI K' (gesprochen Sechs Ka). Sie bewährte sich so gut, dass die Reichsbahn sie alsbald nachbeschaffte, nämlich mehrere Dutzend für die Strecken in Sachsen und gleich nicht weniger als fünf Stück für die Bottwartalbahn. Heute existieren je zwei Exemplare in Württemberg - bei der Öchsle-Museumsbahn - und zwei in Sachsen. Der Spezialverlag über die sächsischen Schmalspurbahnen, SSB Medien in Zittau, hat daher nun eine Spezialausgabe über diese markante und populäre Loktype herausgebracht. Wir durften die Kapitel über Entwicklung und Einsätze im Schwabenland beitragen.
Dampfbahn-Magazin Spezial, Nummer 28: Hundert Jahre Sächsische VI K.
Verlag SSB Medien, Zittau.
ISSN 1866-2374
66 Seiten A 4, aufwändig durch alle Epochen illustriert. Davon 18 Seiten über die württembergischen Maschinen (Bottwarbahn, Zabergäubahn, Öchslebahn, Buchau) und die aus Sachsen in den Stuttgarter Bezirk gelangten Einheiten, die meterspurige Ausführung (Nagold - Altensteig). Auch die zustandegekommenen wie die geplant gewesenen, aber nicht gelungenen Denkmalbestrebungen vor 50 Jahren in Beilstein werden gewürdigt.
Preis 5,90 Euro. Im Buchhandel oder direkt beim Verlag www.ssb-medien.de
Kleine ergänzende Hinweise zum Heft - wenn Sie es schon haben - können Sie gerne kostenlos bei uns anfordern.


Seit Juli 2018: Stadtbahn wird untersucht
Studie zur Bottwartalbahn vergeben
Der Kreistag Ludwigsburg hat im Sommer 2018 die Voruntersuchung zur Ermittlung von Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer Stadtbahnverbindung Heilbronn - Beilstein - Marbach an ein Ingenieurbüro vergeben. Davon erhoffen sich die Kommunen einen oder eher sogar den entscheidenden Schritt, um dem Projekt der modernen Bahn näherzukommen. Mit ersten Vorergebnissen wird im Frühjahr 2019 gerechnet.


Montag, 25. Juni 2018 | Turnerheim Marbach
Vorstellung Konzept TramTrain Bottwartal
CDU-Stadtverband Marbach | Gäste willkommen
Vortrag: W. Berner, H.-J. Knupfer


Seit April 2018: NEUERSCHEINUNG: Die Broschüre ist nun erhältlich!
’TramTrain Bottwartal | BahnNetzWerk Beilstein‘
Heilbronn - Schozachgau - Marbach
Auszüge aus unserem grafischen Vortrag mit Textteil | Ca. 40 Seiten A4 

Die Broschüre kann für ein Schutzentgelt von 3 Euro erworben werden:
:: Stuttgart: Stuttgarter Eisenbahn-Paradies, Senefelderstraße 71 B (Stuttgart West)
:: Waiblingen: Eisenbahntreffpunkt Schweickhardt, Biegelwiesenstraße 31, Beinstein
:: Marbach: Marbacher Zeitung, König-Wilhelm-Platz 2
:: Marbach: Buchhandlung Taube, Marktstraße 2
:: Marbach: Schnabl Modelleisenbahnen, Marktstraße 36
:: Oberstenfeld: Bücherstube Oechsle, Küfergasse 6
:: Beilstein: Reiss Schreibwaren und Toto Lotto, Hauptstraße 41
:: Ilsfeld: Spielwaren Jäger, König-Wilhelm-Straße 51
:: Heilbronn: Geschäftsstelle der Heilbronner Stimme
:: Duisburg: Buchhandlung Donat
:: Köln: Tram Shop Hafke
:: München: Fachbuchzentrum Stiletto
:: Per Bestellung über berner@bottwartalbahn.de – wir versenden per Post und Rechnung. Versandkosten 1,50 Euro.

Die Broschüre enthält die grundlegenden Informationen, wie man heute Regionalstadtbahnsysteme plant. Sie zeigt - an ausgewählten Beispielen - wie die Zweisystemstadtbahn Heilbronn fahrgastfreundlich und nutzernah über Beilstein nach Marbach verlängert werden könnte - mit Bündelungstrassierung, guter Einfügung in die vorhandene Siedlungsstruktur, optimaler Verknüpfung von Bahn und Bus und minimalem Aufwand an Ingenieurbauwerken. Die Beispiele sind völlig konkret und orientieren sich sämtlich an bereits vorhandenen Lösungen bei anderen Stadtbahnstrecken im Bereich Heilbronn/Karlsruhe/Stuttgart, die sich seit


Zeit-Schiene - Zum zeitlichen Rahmen einer möglichen Bahnreaktivierung
Die Darstellung beruht auf unverbindlichen, aber realistischen Erfahrungswerten vergleichbarer, bereits umgesetzter Vorhaben. Dafür sind etwa zwölf Jahre realistisch. Ein wesentlich längerer Zeitraum ist nicht nötig - es sei denn, man möchte die Bahn gar nicht so schnell. Das Vorhaben Bottwartalbahn zwischen Marbach, Beilstein und Heilbronn ist nicht einfacher, aber auch nicht schwieriger als bisherige vergleichbare Vorhaben in den Regionen Stuttgart oder Heilbronn-Franken. Man erkennt, dass der Zeitrahmen großzügig erscheint, de facto jedoch viel ständige Arbeit nötig ist, um das Ziel innerhalb einer solchen denkbaren Frist (oder auch später) zu erreichen, sofern dies von Seiten von Bürgern und Kommunen als wünschenswert erachtet werden sollte. Klar ist: Die Handlung muss durch konkrete Entscheidungen vor Ort erfolgen. Von Stuttgart oder Berlin kommt nichts ohne Beschlüsse, Einigkeit und Anträge von der regional-kommunalen Seite.
Für "Zwischenlösungen" mit provisorischen Einzelmaßnahmen für andere Verkehrsmittel bleibt also eigentlich keine Zeit. Dazu kommt: Der Zuschussgeber fördert nur ein Vorhaben pro Verkehrsachse innerhalb des Abschreibungszeitraumes. Außerdem müssen sich gegenüber dem Zuschussgeber alle Gemeinden einig sein, was sie wollen. Eine Zuschussinvestition in eine Zwischenlösung würde bedingen, dass mit dem Zuschussgeber über das "Hauptprojekt" überhaupt erst nach Ende der Abschreibungszeit der Zwischenlösung gesprochen werden kann, also frühestens zehn Jahre nach dem Bau einer Zwischenlösung, für die ihrerseits auch nochmals zwei bis vier Jahre Planungs-, Beschluss-, Bewilligungs- und Bauphase anzusetzen wären. In dieser Gesamtzeit könnte auch das Bahnprojekt verwirklicht werden, falls sich die Kommunen dazu entschließen wollten. Daher kann es für die Zukunft des Nahverkehrs auf der Bottwartalachse nur eine Entscheidung geben.
'Wer etwas bewegt sehen will, muss sich selbst bewegen' | Sokrates

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Kommentare:
Benjamin Blüml: Sehr geehrter Herr Knupfer,

ich möchte ihnen bzw. auch allen anderen, die mit an dieser Internetseite arbeiten, ein riesiges Lob aussprechen! Was für eine tolle Art und Weise, der leider nicht mehr erhaltenen Bottwartalbahn zu gedenken! Da ich selbst aus einer Stadt im Bottwartal stamme, lag mir die Bahn seit Kindertagen sehr am Herzen. Obwohl ich zu jung bin, um sie noch "live" miterlebt zu haben. Ich musste mich also schon immer an den noch erhaltenen Relikten erfreuen bzw. mich über die Modellbahn in die aktive Zeit zurückversetzen. Mit dieser Website und den vielen darin enthaltenen Informationen kann ich das alles noch besser!

Vielen Dank und weiter so!!!

B. Blüml (29.03.2016)

Jürgen Standfuß: Moin,

da kann und muß ich meinem Vorredner ohne Wenn und Aber zustimmen. Da haben Sie eine ganz hervorragende Arbeit beleistet, die auch mich eben durch diese Seite ein großes Stück weit in meine Kinderzeit in Marbach zurückversetzt.
Ich danke Ihnen von ganzem Herzen!

Jürgen Standfuß (02.04.2016)

Andreas Bode: Hallo Herr Berner und Herr Knupfer,

herzlichen Dank für alle Ihre Aktivitäten um diese Bahnstrecke. Insbesondere Herrn Berner für seine Veröffentlichung der Kraftwerksbahn.Machen Sie bitte weiter so ! Mit großem Interesse habe ich diese zur Kenntnis genommen.
Eine Pflichtlektüre für alle heimatverbundenen Bottwartäler.
Übrigens veranstaltet die Öchslebahn im Juli ein Benefizkonzert für die Wiederaufbereitung der Diesellok V 51 903. Diese ist im Bottwartal gefahren. Wäre super, wenn Sie auf Ihrer Seite auch auf diese Veranstaltung hinweisen könnten. Es finden sich sicherlich einige Leute die das gerne unterstützen.

Viele Grüße

Andreas Bode (23.04.2016)

 
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